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Trierischer Volksfreund vom 17. Juli 2010

Trierischer Volksfreund vom 31. August 2010

Bedenken gegen Weinprobe in der Synagoge

Von unserem Redakteur Friedhelm Knopp

Ist die ehemalige Schweicher Synagoge der geeignete Ort für die traditionelle Weinprobe zur Schweicher Stadtwoche? „Nein - auf keinen Fall“, heißt es mehrheitlich im Stadtrat. Doch Stadtbürgermeister Otmar Rößler verteidigt die Entscheidung des Veranstalter-Vereins Stadtwoche e.V.

Schweich. Mit Bedenken, Ablehnung und Verweigerung hat der Schweicher Stadtrat auf den Plan reagiert, die traditionelle Weinprobe zur Schweicher Stadtwoche in diesem Jahr vom alten Winzerkeller in die Synagoge zu verlegen. Weil die Vorbereitung des riesigen Winzerkellers mit erheblichem Arbeitsaufwand verbunden war, hatte sich der Verein Stadtwoche e.V. für die Synagoge entschieden.

In der jüngsten Ratssitzung präsentierte Stadtbürgermeister Otmar Rößler als Vorsitzender des Vereins Stadtwoche das fertige Programm. Darin wird für Freitag, 10. September, die musikalische Weinprobe "Riesling trifft Harmonists" angekündigt, ausgerichtet vom Verein Kultur in Schweich e.V. Ort: die Synagoge Schweich.

„Dies ist nicht der geeignete Veranstaltungsort für eine Weinprobe. Im Interesse unserer Stadt warne ich vor dieser Entscheidung“, erklärte Ratsmitglied Philipp Remmel (SPD) und stieß damit eine lebhafte Diskussion an. Den Bedenken schlossen sich sofort andere Ratsmitglieder an. Renate Kanzler (CDU): „Bei dieser Probe werden zwölf Weine vorgestellt. Jeder weiß doch, wie sich das auf die Besucher und auf das Gesamtbild einer solchen Veranstaltung auswirkt.“

Er werde nicht an dieser Veranstaltung teilnehmen, erklärte SPD-Ratsmitglied und Stadtbeigeordneter Achim Schmitt. Die Synagoge sei bewusst in der Form eines Sakralbaus renoviert worden. Sie sei eine Gedenkstätte mit Mahnmal-Charakter und ein Lernort für eigene und jüdische Geschichte.

Beigeordnete Anita Kruppert (CDU) verwies auf die Möglichkeit, die Veranstaltung in den Kolpingsaal zu verlegen. „Da wurde ein Fehler gemacht, der sich noch beheben lässt. Die Weinprobe könnte kurzfristig noch an einen anderen Ort verlegt werden“, erklärte Iris Hess (SPD). Dass es nicht die Winzer gewesen seien, die auf die Synagoge als Veranstaltungsort gedrängt hätten, betonte Gerd Rohr (FWG). „Ich habe auch Bedenken dagegen geäußert“, sagte Johannes Heinz (CDU). Außerdem vermisste er eine detaillierte Vorabinfo über die Stadtwochen-Planung.

Konzept des Abends dem Ort angepasst

Synagoge Schweich
Für die Synagoge Schweich gelten besondere Veranstaltungsmaßstäbe.
TV-Foto: Archiv/Elmar Kanz

Stadtbürgermeister Rößler hielt am Beschluss des Vereins Stadtwoche fest. Bekanntlich habe bisher der Förderverein der Stadtkapelle die Weinprobe im alten Winzerkeller organisiert. Er sei aber nicht mehr bereit gewesen, den damit verbundenen Riesenaufwand und das finanzielle Risiko zu tragen. Nach langem Hin und Her habe man sich auf die Synagoge geeinigt, zumal ihr Vorplatz nach dem neuen Veranstaltungskonzept auch zentraler Ort der Stadtwoche sein werde. Ein neues Konzept erhalte auch die erstmals vom Verein Kultur in Schweich ausgerichtete Weinprobe. Rößler: „Dieses Mal ist keine ,Umtata-Gaudi' mit bayerischer Blasmusik und 250 Besuchern geplant, sondern eine weinkulturelle Veranstaltung mit 120 Gästen und dem A-Cappella-Ensemble ,Riesling trifft Harmonists'. Wer die Gruppe kennt, der weiß, dass die nicht vor einem Gaudi-Publikum auftritt.“ Nach seiner Überzeugung sei dies der passende Rahmen für diesen Abend. Zudem habe es in der Synagoge bereits kulturelle Veranstaltungen mit Weinproben gegeben.

Meinung

Riskante Veranstaltung
Ist die Synagoge Schweich ein Ort für eine Weinprobe? Dagegen spricht ihr Erscheinungsbild. Dieser Bau wurde bewusst als Mahnmal und als würdiger Raum für würdige Veranstaltungen gestaltet. Wobei würdig nicht mit todernst gleichzusetzen ist. Es gab dort auch schon kulturelle Ereignisse mit eher locker-legerem Charakter, an denen niemand Anstoß nahm. Keinesfalls ist dies aber der Ort für lustig-laute Saufabende - um es im Klartext zu sagen. Wie der Abend des 10. September in der Synagoge verlaufen wird, liegt in der Verantwortung der Veranstalter. Eine Verantwortung, bei der das Publikum zum Risikofaktor wird. Nach dem Abend wird sich zeigen, ob die Bedenken berechtigt waren. Waren sie berechtigt, dann ist der Schuss für die Stadt Schweich nach hinten losgegangen. f.knopp@volksfreund.de Extra Veranstaltet wird die Stadtwoche von den Schweicher Vereinen. Zur Planung und Organisation haben sie sich im Verein Stadtwoche e.V. zusammengeschlossen. Vorsitzender des Stadtwoche e.V. ist satzungsgemäß der jeweils amtierende Schweicher Stadtbürgermeister.


Der Minister und die Bittsteller

Von unserem Redakteur Albert Follmann

Er hat (noch) keine Förderzusage für den Bau des Generationen- und Kommunikationszentrums in Schweich gegeben, weckte aber Hoffnung. Innenminister Karl Peter Bruch will das Projekt „positiv begleiten“.

Schweich. Karl Peter Bruch kommt früher als erwartet. Sein Fahrer kam gut durch, es ist ja auch in den Ferien ruhiger auf den Straßen. Die Runde, die den Innenminister im Schweicher Rathaus erwartet, ist auch schon versammelt. Es sind die Bürgermeister Biwer und Rößler, einige Stadtratsmitglieder, Jugendpfleger Marmann und die Leitung der Realschule plus, Nisius und Feye. Ihre Mission: Den Minister von der Förderwürdigkeit des Generationen- und Kommunikationszentrums am Schulzentrum Schweich zu überzeugen.

Bruch, von seiner Parteifreundin, der SPD-Landtagsabgeordneten Ingeborg Sahler-Fesel nach Schweich gelotst, lässt sich Bericht erstatten. Planung, Raumkonzept, Kosten. Der Minister wirkt in sich gekehrt, ernster als sonst. Woher soll er die Fördermittel für Schweich nehmen, damit es kommendes Jahr mit dem 2,2 Millionen teuren Bürgerhaus-Projekt klappt? Die Struktur-Fördertöpfe sind leer, das Landeskontingent aus dem Investitionsstock für den Kreis Trier-Saarburg verplant. Allen ist klar: Man kann jetzt nicht die kompletten Fördermittel des Kreises auf Schweich umpolen. Dann würden die anderen Gemeinden in die Röhre gucken. Wenn, dann müsste ein Sonderkontingent her.

Bruch blickt auf das Modell, das vor ihm auf dem Tisch steht. Es ist der Entwurf der Freiburger Architekten Harter + Kanzler für den Neubau des Gymnasiums sowie die Mensa mit integriertem Schweicher Bürger- und Begegnungshaus. Das Siegermodell von 37 eingereichten Entwürfen.

Modell

Das Siegermodell des Archtitektenwettbewerbs für das neue Schweicher Gymnasium. Der quadratische Baukörper links außen ist der Bürgersaal mit der Mensa.
Foto: Iris Hess

„Wenn wir später bauen, wird's teurer.“ „Es ist ein schlüssiges Gesamtkonzept.“ „Die Lage ist für ein Bürgerhaus ideal.“ Sätze wie diese kennt der Minister von Bittstellern im ganzen Land. Er fragt, was der Kreis macht. Dezernent Christmann sagt, sein Chef, Landrat Schartz, sei von dem Entwurf überzeugt. Der Kreis werde wohl auch den Bau der Jugendräume unterstützen.

Dann geht der Minister zur Schule, macht sich selbst ein Bild. Die Gruppe steht - das Polizeigebäude im Rücken - vor dem Grüngürtel und den Parkplätzen, die beim Bau weichen müssten. Hier werden die tatsächlichen Ausmaße des Projekts deutlich: Fast schon in Höhe der Stefan-Andres-Halle soll der Komplex Begegnungshaus/Mensa hinkommen. Daran schließt sich als architektonische Einheit der Schulneubau an. Er schlängelt sich fast bis zum Brunnen und wird einmal Fach- und Klassenräume beherbergen. Die Mensa soll vom ganzen Schulzentrum genutzt werden, sie ist an den städtischen Veranstaltungssaal angebunden, der dann bei Bedarf vergrößert werden kann. Hinzu kommen diverse Seminar- und Jugendräume im Begegnungszentrum. Die Bühne soll beidseitig genutzt werden können: für Veranstaltungen drinnen und draußen. "Einmalig in Rheinland-Pfalz", weiß Ratsmitglied Achim Schmitt. Vielleicht kann er ja als Vorsitzender des Schachklubs Schweich das nächste große Turnier schon im neuen Bürgersaal planen? An diesem Wochenende werden die Rheinland-Pfalz-Meisterschaften noch in der Bodenländchen-Halle ausgetragen.

Besichtigung

Die Zukunft des Bürgerzentrums liegt in seiner Hand: Minister Bruch mit
[von links] Anita Kruppert, Joachim Christmann, Achim Schmitt, Dirk Marmann, Iris Hess, Ingeborg Sahler-Fesel, Bürgermeister Berthold Biwer und Stadtbürgermeister Otmar Rößler.
TV-Foto: Albert Follmann

Bevor Bruch fährt, heitern sich doch noch die Mienen auf. „Ich werde das positiv begleiten“, sagt er, „wir telefonieren nächste Woche.“


Pressemitteilung vom 21. Mai 2010

Mehr Medienkompetenz in Schulen des Kreises Trier-Saarburg.

Trier-Saarburg. „ Eine ausgeprägte Medienkompetenz ist mittlerweile unverzichtbar. Das gilt im privaten sowie im beruflichen Bereich“, so der SPD-Landtagsabgeordneter Alfons Maximini aus Konz. Maximini ist Mitglied im Medienausschuss und unterstützt vehement die Leistungen des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur bei der Ausstattung mit neuen Medien, Informationen, Beratungen und Angeboten zum Jugendmedienschutz in Schulen. Rheinland-Pfalz ist im Bereich des Medienschutzes und des Programms „Medienkompetenz macht Schule“, absolut Vorbild für alle übrigen Bundesländer in Deutschland. Rund achthundert Lehrkräfte in einhundert Workshops werden für computerunterstütztes Lernen in der Grundschule und in weiterführenden Schulen in einem neuen Modellversuch fortgebildet. Neu aufgenommen in das Programm Medienkompetenz macht Schule wurden im Landkreis Trier-Saarburg die Realschule Hermeskeil, die Förderschule Meulenwald in Schweich und die Grund- und Realschuleplus in Zerf. Diese Schulen erhalten eine zeitgemäße technische Ausstattung wie Laptopwagen, elektronische Wandtafeln und weitere Hard- und Software mit einem Gesamtwert von 40.000 € pro Schule.


Trierischer Volksfreund vom 06. April 2010

Land fördert Industriepark

Föhren/Bekond.(red) Der Zweckverband Industriepark Region Trier wird vom Land Rheinland-Pfalz gefördert. Wie Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) mitteilte, bekommt der Verband 638 000 Euro für die Verlängerung der Europa-Allee bis an den Kreisverkehr an der L 141 und die Ergänzung der Grunderschließung. Der Industriepark (IRT) liegt auf den Gemarkungen Föhren, Bekond (beide Kreis Trier-Saarburg) und Hetzerath (Kreis Bernkastel-Wittlich). Mitglieder im Zweckverband sind die Landkreise Trier-Saarburg und Bernkastel-Wittlich, die Verbandsgemeinden Schweich und Wittlich-Land, die Stadt Trier sowie die Ortsgemeinden Bekond, Föhren und Hetzerath.


Trierischer Volksfreund vom 04. März 2010

Bürger unterstützen Nachbarn in Not Schweich

1450 Euro haben die Akteure der Schweicher Adventsfenster in der Vorweihnachtszeit gesammelt. Nun überreichten sie die Spenden an Maria Schuh, Vorsitzende des Vereins Nachbar in Not Schweich.

Schweich. (red) Mit Hausmusik und Gedichtvorträgen, Punsch, heißer Schokolade und Plätzchen hatten sich viele Familien in der Vorweihnachtszeit am Schweicher Adventsfenster beteiligt. Dabei haben sie 1450 Euro gesammelt, 450 Euro mehr als im Vorjahr. Nun überreichten die Akteure das Geld an Maria Schuh, die Vorsitzende des Vereins Nachbar in Not Schweich. Die Adventsfenster wurden 2008 als Spendenaktion von Birgit Kiel-Jordan ins Leben gerufen. In jenem Jahr stiftete die Aktion den Erlös dem Verein Nachbar in Not Schweich.

Schuh zeigte sich begeistert von der Kreativität und dem Engagement der Teilnehmer sowie über die Solidarität in der Bevölkerung. 50 bis 80 Personen hätten sich vor den weihnachtlich geschmückten Fenstern versammelt. "Einige haben sich sogar spontan bereiterklärt, Babykleidung und andere Sachspenden abzugeben", sagte Maria Schuh.

Informationen unter Telefon 06502/980238.

Extra: Nachbar in Not Schweich wurde im November 2007 auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Vitus Blang und des Pastors Edwin Prim gegründet. Die Idee dazu hatte Maria Schuh. Während sie 2006 über ein Weihnachtsmenü grübelte, wurde ihr bewusst, dass es Mitbürger gibt, denen ein Festessen versagt bleibt. Der Versuch, bedürftige Menschen an Weihnachten zu bekochen, scheiterte aus verschiedenen Gründen. Seit zwei Jahren unterstützt der Verein mit finanziellen Hilfen, Sach- und Dienstleistungen Menschen in Schweich in Notlagen. (red)


Trierischer Volksfreund vom 17. Februar 2010

Noch mehr Notinseln in Schweich

Von unserer Mitarbeiterin Katja Bernardy

Mehr Schutz für Kinder in Schweich: Der Gewerbeverband Schweich beteiligt sich seit Herbst vergangenen Jahres aktiv an dem bundesweiten Projekt "Notinseln". Mittlerweile machen 55 Partner mit: Sie signalisieren mit Aufklebern und Plakaten, dass Kinder im Ernstfall dort Hilfe bekommen.

Notinsel

Notinsel: Diese Aufkleber signalisieren Kindern, dass sie dort in Notsituationen Zuflucht finden und Hilfe bekommen.
TV-Foto: Katja Bernady

Schweich. Was ist, wenn ein Kind in Schweich in Not gerät - durch gewaltbereite Gleichaltrigen, durch Gruppen oder Erwachsene? Die Antwort gab der Schweicher Gewerbeverband im Herbst letzten Jahres: Der Verband hat in Zusammenarbeit mit der Levana Schule ininitiiert, dass die Moselstadt bei der bundesweiten Aktion „Notinseln“ mitmacht.

Die Stiftung Hänsel & Gretel, die seit 1997 Kinderschutzprojekte unterstützt, hat das Notinsel-Projekt ins Leben gerufen und überträgt es auf Städte, Gemeinden und ganze Landkreise. „Nachdem im Sommer wieder einmal Meldungen im Fernsehen zu sehen waren, dass ein junges Mädchen entführt, vergewaltigt und umgebracht wurde, haben wir uns in Schweich spontan entschlossen, mitzumachen“, sagt Johannes Heinz, Vorsitzender des Schweicher Gewerbeverbands. Und: Die Hemmschwelle, Gewalt einzusetzen, sinke vielerorts, Kinder seien immer häufiger mit Gefahrensituationen konfrontiert.

Das „Schutzmittel“ ist einfach: „Notinsel - Wo wir sind, bist Du sicher“ steht auf den Aufklebern. An den Türen von Geschäften, Banken, Apotheken, Verwaltungen und anderen Partnern kleben gut sichtbar die Schilder mit den Notinsel-Zeichen. Zu Beginn der Aktion hatten 36 Geschäfte mitgemacht und damit ein deutliches Zeichen für den Kinderschutz und gegen potenzielle Täter gesetzt. "Mittlerweile sind es 55" , sagt Heinz.

Die Verwaltungen sowie Polizei, Jugendpflege und Schulen unterstützen die Idee und helfen bei der Umsetzung mit: So etwa haben Mitglieder des Runden Tischs „Präventionsarbeit“ in der Verbandsgemeinde Schweich die teilnehmenden Geschäfte und Partner der Notinseln über das richtige Verhalten in Gefahrensituationen informiert. „Wir möchten in Schweich dem gefährlichen Trend der Zeit einen Schritt voraus sein“, betont Heinz. Die Kinder Marina Grünen und Angela Zobel aus Schweich-Issel finden die Aktion prima. „Es ist gut zu wissen, dass uns jemand im Notfall hilft und wir nicht alleine da stehen.“ Auch ihre Mutter lobt die Initiative: „Die Kinder fühlen sich in Schweich dadurch sicher“, sagt Anke Grünen und sieht in dem Projekt ein schönes Symbol der Gemeinschaft. Schweich ist in der Region Trier bislang die einzige Gemeinde, die sich an der Aktion beteiligt - in Rheinland-Pfalz machen derzeit 21 Kommunen mit, in Deutschland haben fast 140 Städte und Dörferdie „Notinseln“ zu sich geholt.

Weitere Informationen gibt es unter [ www.notinsel.de ]
und unter [ www.kijub-schweich.de ]


Trierischer Volksfreund vom 10. Februar 2010

Gemeinsam für Menschen an der Mosel

Vierzig Akteure des Familienbündnisses Römische Weinstraße trafen sich im Kulturzentrum in Mehring zur Vollversammlung. Bürger sollen künftig noch besser über bestehende Angebote informiert und die einzelnen Dörfer besser eingebunden werden. Ziel ist, den Alltag der Menschen jeden Alters in der Verbandsgemeinde (VG) Schweich zu erleichtern und die Gemeinschaft zu pflegen.

Heike Wagner, Joachim Christmann, Dirk Marmann, Rudolf Körner, Susanne Christmann

Heike Wagner vom Familienbündnis Merzig [von links] überzeugte Vertreter des Familienbündnisses Römische Weinstraße - Joachim Christmann, Dirk Marmann, Rudolf Körner und Susanne Christmann - mit einer Angebots-Broschüre für Familien.
TV-Foto: Katja Bernardy

Mehring. (kat) Vor sechs Jahren rief die damalige Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen die Initiative Lokale Bündnisse für Familien ins Leben. Mittlerweile gibt es deutschlandweit rund 600 Lokale Bündnisse, die alle das gleiche Ziel haben: ihre Region familienfreundlicher zu gestalten.

Auch die VG Schweich macht mit: Rund ein Jahr ist das Bündnis alt, und es hat sich einiges bewegt. Auf der Vollversammlung unter der Leitung des VG-Beigeordneten Rudolf Körner im Mehringer Kulturzentrum lieferte Dirk Marmann (Jugendpfleger der VG und einer der Ansprechpartner des Bündnisses) einen Jahresrückblick: Seit der Bündnis-Gründung Mitte Januar 2009 haben sich vier Arbeitskreise (Familienunterstützende Angebote, Kinder- und Jugendarbeit, Bildung, Seniorenarbeit), sowie eine Koordinationsgruppe gebildet. Und es wurden einige Angebote gemacht: So etwa bereichern Lesepaten die Meulenwaldschule, Tageseltern wurden in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Trier-Saarburg und der Volkshochschule Schweich qualifiziert, ein Nachmittag für Senioren, Kinderkulturtage und eine Familienwanderung fanden statt, ein Leihoma-Service ist in Planung. Auch bei der bundesweiten Netzwerkkonferenz in Köln waren die Schweicher vertreten. Denn das Bündnis lebe vom Miteinandersprechen und dem Austausch von Ideen und Erfahrungen, sagte Marmann. Um Impulse zu geben, referierte Heike Wagner vom Familienbündnis Merzig e.V. (Saarland) über die dortige Bündnis-Entwicklung. Auf großes Interesse stieß eine erstellte Broschüre mit Angeboten für Familien. Ein Akteur aus dem Publikum meinte, eines habe das Bündnis an der Mosel bereits jetzt gezeigt: "Viele Angebote sind schon vorhanden, sie sind oftmals nicht bekannt!" Einig waren sich die Teilnehmer, die Broschüren-Idee aufzugreifen. Kritisiert wurde, dass das Bündnis zu "schweichlastig" sei.

In Mehring ist bereits ein Anfang gemacht: Robert Herber berichtete von einer Gruppe, die sich gebildet habe, um vor Ort zu schauen, welche Angebote vorhanden seien und was noch fehle. Beim Bündnis mitmachen kann jeder: Privatpersonen, Bildungseinrichtungen, Initiativen, Vereine und Unternehmen etwa. "Jeder, der sich einbringen möchte, um das soziale Netzwerk zu entwickeln", sagte Murmann. Und: "Man muss kein Fachmann sein, ganz im Gegenteil!" Denn Kleines kann Großes bewirken: Etwa wenn jemand sich bereiterklärt, für einen alten Menschen einzukaufen. Oder wenn Aktionen Generationen in lockerer Atmosphäre zusammenbringen.

Extra

Wer mitmachen oder sich informieren möchte, kann sich an die Bündniskoordination und Servicestelle wenden: Altes Weinhaus, Brückenstraße 46 in Schweich; Telefon: 06502/506645;
E-Mail: info@familienbündnis-schweich.de
Internet: [ www.familienbuendnis-roemische-weinstrasse.de ] Servicezeiten: Dienstag und Mittwoch 8 bis 11.30 Uhr, Ansprechpartner: Susanne Christmann und Dirk Marmann


Mainz 18. Dezember 2009

Bahnhof Schweich - Minister Hering: 439.450 Euro für Bahnhof Schweich

Der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Hendrik Hering hat der Kreisverwaltung Trier-Saarburg für den ersten Bauabschnitt der Neugestaltung des Umfeldes vom Bahnhof Schweich eine Zuwendung in Höhe von bis zu 439.450 Euro zugesagt.  Die Stadt Schweich plant eine grundlegende Neugestaltung, um eine zeitgemäße und behindertengerechte Verknüpfungsstelle zwischen SPNV, dem straßengebundenen ÖPNV und dem Individualverkehr zu schaffen. Im Rahmen des ersten Bauabschnitts zur Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes sollen vor allem Park+Ride- und Bike+Ride-Stellplätze gebaut werden. Darüber hinaus soll die Fuß- und Radwegeverbindung in Zusammenhang mit der Neugestaltung der Straße "Am Bahnhof" verbessert werden. "Die Kosten für diese Maßnahmen sind mit 787.000 Euro veranschlagt. Das Land übernimmt hiervon bis zu 439.450 Euro", so Hering.  Die Planungen für den zweiten Bauabschnitt im Bahnhofsumfeld sehen eine Verbesserung der Verknüpfung von Bus und Bahn durch den Bau einer Buswendeanlage vor.


Trierischer Volksfreund vom 18. Dezember 2009

Abgeordneter fordert Wechselspuren für A 64

Trier. (alf) Parteiübergreifend laufen Bemühungen, die unbefriedigende Verkehrssituation im Bereich der A 64 (Luxemburg-Autobahn) zwischen der Anschlussstelle Trier und der Ehranger Brücke zu verbessern. Wie mehrfach berichtet, kommt es im Berufsverkehr täglich zu Staus. Neben Landrat Günther Schartz und CDU-Abgeordneten hat sich auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Manfred Nink eingeschaltet. In einem Brief an den rheinland-pfälzischen Verkehrsminister Hendrik Hering regt er die rasche Einführung von Wechselspuren im Bereich der Gefällstrecke Richtung Moseltal ein. Ferner sollte die zweite Hälfte der Biewerbachtalbrücke gebaut und die Straße zwischen Brücke und Anschlussstelle "Dicke Buche" erweitert werden.


Trierischer Volksfreund vom 18. November 2009

Konter nach der Kritik

In seiner jüngsten Sitzung hatte der Verbandsgemeinderat Schweich im nichtöffentlichen Teil über Fragen der Kommunalreform diskutiert. Dies wurde von der FWG-Fraktion als bürgerfernes Vorgehen kritisiert. Die Beigeordneten Rudolf Körner (SPD) und Erich Bales (CDU) weisen die Kritik zurück.

Schweich. (f.k.) Das Thema der Debatte hinter verschlossenen Türen war die mögliche Vereinigung der Verbandsgemeinden (VG) Schweich und Neumagen-Dhron im Zuge einer Kommunalreform. Dieses verdeckte Vorgehen stehe der offenen, bürgernahen und aktiven Art und Weise konträr gegenüber, mit der in der VG Neumagen-Dhron das Thema angefasst werde. Es sei höchste Zeit, auch die Bevölkerung der VG Schweich über die Problematik zu informieren, hieß es in einer FWG-Stellungnahme nach der Sitzung.

Diese Kritik können die Beigeordneten Rudolf Körner (SPD) und Erich Bales (CDU) nicht teile, schließlich habe auch der Vertreter der Freien Wähler bei der Aufstellung der Tagesordnung ausdrücklich der nichtöffentlichen Behandlung der Kommunalreform zugestimmt. Und dies aus gutem Grund.

Körner: „Wenn die Freien Wähler ihrem Fraktionsvorsitzenden schon in den Rücken fallen wollen, so hätten sie vor Eintritt in die Tagesordnung beantragen können, diesen Punkt im öffentlichen Teil der Verbandsgemeinderatssitzung zu behandeln.“

Auch stelle sich die Frage, warum die FWG-Fraktion der Einrichtung einer Arbeitsgruppe zur möglichen Fusion mit der VG Neumagen-Dhron zugestimmt habe. Offenbar stehe für sie das Ergebnis doch bereits fest. Und diesohne hinreichend beleuchtet zu haben, was eine solche Fusion für die Bürgerinnen und Bürger sowie für die Ortsgemeinden letztlich bedeute.


Trierischer Volksfreund vom 11. Juni 2009

Ärger um Fahrkarten

Von unserer Mitarbeiterin Katja Bernardy Von Albert Follmann

Einige Eltern aus Schweich und Umgebung sind empört. Sie müssen vor Beginn des kommenden Schuljahres mit mehreren Hundert Euro in Vorkasse treten, damit ihre Kinder Schülerfahrkarten erhalten. Und die gelten dann nur bis Schweich. Eine weitere notwendige Schülerfahrkarte von Schweich bis Trier kostet im Jahresabo nochmals 624 Euro.

Weiter heißt es in dem Brief, dass von den rund 700 Euro, die im Vorfeld zu zahlen sind, der Eltern-Eigenanteil von 240 Euro einbehalten wird (siehe Extra). Das restliche Geld bekommen die Eltern im Laufe des Schuljahres zurück. "Dass wir in Vorkasse treten müssen, ist der erste Hammer", sagt Joachim Hagen aus Leiwen. Er ist Vater eines Sohnes, der auch von den Neureglungen betroffen ist. "Aber damit nicht genug. Wir müssen auch eine Fahrkarte von Schweich bis Trier kaufen." Und die kostet nochmals mindestens 624 Euro im Abo. Joachim Hagen hat Widerspruch eingelegt. "Zurzeit sind eine Reihe von Widerspruchsverfahren anhängig", sagt Schuldezernent Ulrich Holkenbrink. Die Argumentation der Eltern sei übereinstimmend: Wegen der gemeinsamen Orientierungsstufe handele es sich in Schweich noch gar nicht um ein Gymnasium. Für Schülerinnen und Schüler aus dem Raum Schweich, die bereits in diesem Schuljahr oder schon länger Trierer Gymnasien besuchen, ändert sich laut Schuldezernent nichts. "Eine Schule, die einmal nächstgelegene Schule war, bleibt dies auch dann, wenn zwischenzeitlich eine neue Schule hinzukommt", sagt Holkenbrink. Joachim Hagen vermutet hinter der Vorgehensweise eine Absicht: "Eltern sollen gezwungen werden, ihre Kinder in Schweich anzumelden", schimpft der Vater.

Meinung

Eltern werden gemolken

Der Ärger der Eltern ist verständlich. Für die schulische Ausbildung ihrer Kinder werden sie gemolken bis zum Gehtnichtmehr. Wenn Bücher und jährliche Fahrtkosten für zwei Kinder an das Monatsgehalt eines Normalverdieners heranreichen, wird die Chancen-Gleichheit bei der Bildung zur Farce. Im Zweifelsfall gegen die Eltern - diesen Eindruck hat man auch bei der eigenwilligen Auslegung der Stadt Trier, die Orientierungsstufe in Schweich mit dem entstehenden Gymnasium gleichzusetzen. Es wäre hilfreich gewesen, wenn Stadt und Kreis dieses Thema und andere Fragen der Schulentwicklung einmal grundlegend erörtert hätten. a.follmann@volksfreund.de Schulstandortprinzip:

Extra Schulstandortprinzip: Wer zahlt was? Die kreisfreie Stadt oder der Kreis, in der die Schule steht, bezahlen die Schülerfahrkarten. Eltern tragen einen Eigenanteil. Der Eigenanteil etwa, den die Stadt Trier festgelegt hat, liegt bei 240 Euro. Unterschreiten Familien eine festgelegte Einkommensgrenze, dann kann der Eigenanteil übernommen werden. Einen weiteren Teil der Kosten der Schülerbeförderung trägt das Land. (kat)


Trierischer Volksfreund vom 29. Mai 2009

Wer wird "Champion von Schweich"?

Von unserem Redakteur Albert Follmann Von Albert Follmann
Sie vertreten engagiert ihre politischen Ansichten, geizen nicht mit privaten Einsichten und haben mit Blick auf den 7. Juni feste Absichten: Alle drei Stadtbürgermeister-Kandidaten von Schweich machten auf dem TV-Forum eine gute Figur.

Schweich. Obwohl am Mittwochabend das Champions-League-Finale im Fußball übertragen wurde, platzte der Saal des Alten Weinhauses aus allen Nähten: Die drei Bürgermeister-Kandidaten Johannes Heinz (CDU), Achim Schmitt (SPD) und Otmar Rößler (FWG) wetteiferten auf Einladung des Volksfreunds beim einzigen "Elefanten-Treffen" vor der Wahl. Im Gegensatz zum Fußball, wo die Mannschaft von Barcelona überlegen gewonnen hat, steht der "Champion von Schweich" noch nicht fest - das Rennen ist nach dem TV-Forum offener denn je. "Die Nachfolge von Vitus Blang wird spannend", sagte Marcus Hormes, der zusammen mit Friedhelm Knopp den Abend moderierte.

Wie das Forum zeigte, liegen die Protagonisten bei so wichtigen Themen wie Verkehr, Bauprojekten, Soziales und Finanzen fast auf einer Linie, die Unterschiede sind meist nur marginal.

Ein Spiegelbild des bisher fairen Wahlkampfs ist die gegenseitige Wertschätzung, die die Kandidaten füreinander empfinden. Als ruhig, sachlich, freundschaftlich und engagiert werden die Gegner eingestuft, wenn man bei so viel Harmonie überhaupt von "Gegnern" sprechen kann. Einige Unterschiede konnten die etwa 150 Zuhörer freilich doch heraushören: So spielte das "politische Urgestein" Johannes Heinz (62) seine langjährige Ratserfahrung aus und landete Seitenhiebe auf die SPD-geführte Landesregierung: "Der Ort Osburg hat nur 3000 Einwohner und bekommt 250 000 Euro Schlüsselzuweisungen mehr vom Land als Schweich mit seinen 7000 Einwohnern." Für die Sanierung des Winzerkellers, für den übrigens alle Kandidaten ein Nutzungskonzept fordern, favorisiert Heinz eine Teilnutzung für Vereine und Jugendliche. Auch hier bemüht der Lehrer einen Vergleich: "Wenn nach Mehring 2,2 Millionen Euro für ein Kulturzentrum fließen, muss das auch bei uns machbar sein."

Angesichts der zähen Verhandlungen beim Rückbau der Oberstiftstraße und dem B 53-Anschluss im Bereich Schlimmfuhren bekommt der Landesbetrieb Mobilität sein Fett weg: "Ein hartleibiger Betrieb".

Da pflichtet Otmar Rößler (55) bei: "Wir müssen mit allen Mitteln für eine Verkehrsberuhigung kämpfen." Dem FWG-Kandidaten liegt auch das Bahnhofsumfeld am Herzen. Hier gelte es, das offene Gespräch mit den Grundstückseigentümern zu suchen, denn er findet: "Für Schweich ist der jetzige Zustand eine erbärmliche Visitenkarte." Der Dozent an der Verwaltungsschule Mayen fordert eine Konzentration auf wenige Schwerpunktprojekte: "Wir brauchen unbedingt ein Umdenken bei den Finanzen, wir leben über unsere Verhältnisse."

Kandidat fragt Publikum: Sind wir angekommen?

Auch Sozialdemokrat Achim Schmitt (47) warnt vor der "Schuldenfalle". Dennoch lautet sein Credo: "Bürgerwünsche müssen stärker berücksichtigt werden." Schmitt legt Wert auf ein intaktes soziales Gefüge, ein Miteinander von Jung und Alt in einer lebendigen Stadt, wo Automobil-, Rad- und Fuß gängerverkehr sinnvoll verknüpft werden. "Wenn man mit den Leuten redet, dann geht vieles", ist der Meteorologe überzeugt.

Als von den Besuchern keine Fragen an die Kandidaten gestellt wurden, drehte Schmitt den Spieß um und fragte seinerseits das Publikum: "Haben wir berechtigte Chancen, Bürgermeister zu werden? Sind wir angekommen?" Es regte sich kein Widerspruch, doch so viel ist klar: Am Ende triumphiert kein Dreigestirn, es kann und wird nur einen Sieger geben.

Meinung

Das Dreigestirn mit Kehrseite

Das TV-Forum hat gezeigt: Jeder der drei Kandidaten hat das Zeug dazu, Schweicher Bürgermeister zu werden. Denn da tritt viel Herzblut und Sachkompetenz an: Heinz, Schmitt und Rößler lieben ihre Heimat, haben den Ehrgeiz, sie voranzubringen und sind intellektuell in der Lage, Stadt und Bewohner angemessen zu repräsentieren. Die Kehrseite der Medaille ist: Die Bürger haben am 7. Juni die Qual der Wahl, müssen aus drei guten Kandidaten mit kaum nennenswerten programmatischen Unterschieden ihren Favoriten herausfischen. Statt der Inhalte könnten demzufolge beim Wähler als Entscheidungshilfe persönliche Vorlieben oder die Parteizugehörigkeit der Bewerber in den Vordergrund treten. Wie dem auch sei: Für Spannung ist gesorgt, und das gleich doppelt. Am 7. Juni wird mit großer Wahrscheinlichkeit nur die Vorentscheidung fallen. Bei der Stichwahl kommt es dann zum "Showdown".
a.follmann@volksfreund.de


Trierischer Volksfreund vom 27. Mai 2009

Schweich: Die Sichtweise der Kontrahenten

Was wird die Schweicher Stadtpolitik nach der Wahl am 7. Juni unter einem neuen Stadtbürgermeister bewegen? Und was kann die Politik selbst bewegen? Vor dem angekündigten Forum des Trierischen Volksfreunds am morgigen Mittwoch (19 Uhr im Alten Weinhaus) hat der TV die Kandidaten gebeten, vier Sätze zu wichtigen Schweicher Themen zu vervollständigen.

Beim Forum des Trierischen Volksfreunds am morgigen Mittwoch können alle Interessierten die drei Stadtbürgermeister-Kandidaten selbst befragen. Der TV hatte die Kandidaten Johannes Heinz (CDU), Achim Schmitt (SPD) und Otmar Rößler (FWG) bereits einzeln vorgestellt. Am morgigen Mittwoch, 27. Mai, haben alle interessierten Schweicher die Gelegenheit, die Stadtbürgermeister-Kandidaten persönlich kennenzulernen. Unter der Moderation der TV-Redakteure Marcus Hormes und Friedhelm Knopp werden sich die Kandidaten vorstellen und ihre Vorstellungen vom Schweicher Stadtbürgermeisteramt darlegen. Weiten Raum soll aber auch das Gespräch einnehmen. Heinz, Schmitt und Rößler wollen dazu Rede und Antwort stehen, und das Publikum ist eingeladen, sie mit Fragen zur Schweicher Stadtpolitik zu „löchern“. Das Forum im Saal des Alten Weinhauses an der Brückenstraße beginnt um 19 Uhr, Ende gegen 21 Uhr. Noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben die unten vom TV abgefragten Themen. Je nach individueller Sichtweise hätten viele Leser vielleicht Fragen zu anderen Lebensbereichen gesehen – etwa zum Schulwesen, zur Erschließungspolitik, zur Jugendarbeit oder zum Problemfall „Bahnhofsumfeld“. Dies alles und noch mehr kann jedoch am morgigen Abend angesprochen werden.

In den nächsten fünf Jahren wird Schweich endlich zum Mittelzentrum aufgestuft, oder die Stadt...

Otmar Rößler: „… wird weiterhin energisch darum kämpfen. Faktisch ist Schweich längst Mittelzentrum für die Verbandsgemeinde und darüber hinaus. Das Land sollte dem Rechnung tragen und seine Versprechungen einlösen. Dies wäre eine verdiente Anerkennung der städtischen Entwicklung der vergangenen Jahre und zudem – mit den damit verbundenen zusätzlichen Einnahmen – eine Entlastung.“

Johannes Heinz: „… verliert das Vertrauen in sämtliche Entwicklungsprogramme und Raumordnungsplanungen des Landes Rheinland-Pfalz. Schweich ist faktisch schon ein Mittelzentrum mit derzeit anlaufenden großen Projekten und muss so schnell wie möglich diese Anerkennung bekommen. Vor allem muss die Stadt auch eine entsprechende Finanzausstattung vom Land erhalten.“

Achim Schmitt: „… muss die Landesregierung sehr energisch daran erinnern, dass Schweich alle Voraussetzungen für ein Mittelzentrum erfüllt. Aber unabhängig von der Frage, ob die Aufstufung kommt oder nicht –, die Stadt Schweich wird sich auch dann aus eigener Kraft prächtig weiterentwickeln, wenn sie künftig nicht die von ihr angestrebte Bezeichnung „Mittelzentrum“ tragen sollte.“

Die ins Auge gefasste Umgestaltung des alten Winzerkellers in ein Bürgerhaus ist für die Stadt ein...

Otmar Rößler: „… wichtiges Thema, das viele Schweicher emotional berührt, da man mit dem Winzerkeller „groß“ geworden ist, ob beim Fußball, bei Weinproben oder bei Spaziergängen. Schweich braucht einen Saal für größere Veranstaltungen, der ein Ausweichen auf die Sporthallen entbehrlich macht. Sollte dies beim Winzerkeller möglich sein, werde ich mich zusammen mit der FWG dafür einsetzen.“

Johannes Heinz: „… Herzensanliegen der Schweicher CDU wie auch vieler Bürgerinnen und Bürger. Diese Stadt braucht öffentliche Räume für verschiedene Vereine. Ich denke da beispielsweise an bessere Probemöglichkeiten für die Stadtkapelle. Natürlich sollte auch für andere Nutzungen durch Schweicher Bürger und Gruppen Platz geschaffen werden, wobei auch an die Jugend gedacht werden muss.

Achim Schmitt: „… verständliches Anliegen vieler Schweicher Bürger. Die Realisierung des Projekts ‚Bürgerhaus im alten Winzerkeller? hängt zunächst von einem sinnvollen Nutzungskonzept ab. Außerdem muss sich die Finanzierung in einem für die Allgemeinheit verantwortbaren Rahmen halten. Dabei wäre es auch die Rolle der Schweicher Vereine, die sich mit in das Projekt einbringen müssten.“

Der seit vielen Jahren diskutierte Bau der Meulenwald-Autobahn (Nordumfahrung Trier) wäre für Schweich ein...

Otmar Rößler: „… Einschnitt, der ein „Einschnüren“ der Stadt mit Autobahnen und eine Zerstörung des Naherholungsgebiets „Meulenwald“ zur Folge haben würde. Wenn überhaupt, ist für Schweich nur eine „Tunnellösung“ akzeptabel. Bereits jetzt muss die Stadt enorme Lärm- und Umweltbelastungen tragen – notwendige Lärmschutzmaßnahmen, die wir fordern, werden immer wieder verweigert.“

Johannes Heinz: „… spürbare Entlastung am Autobahn-Moseltaldreieck. Durch weitgehende Untertunnelung muss allerdings der Meulenwald geschont werden, so wie beispielsweise der fast acht Kilometer lange Rennsteigtunnel in der Nähe von Oberhof die A71 unter dem Thüringer Wald hindurchführt. Aber auch der Lärmschutz an der A1 und der A602 muss wieder auf die Tagesordnung.“

Achim Schmitt: „… ohne Ausgleichsmaßnahmen nicht hinzunehmende Verschlechterung der Lebensqualität in unserer Stadt. Als Alternativen sollten der Ausbau der Ehranger Brücke, verbunden mit einem wirksamen Lärmschutz zwischen Ehrang und Schweich, geprüft werden. So könnten die Verkehrs- und Lärmsituation ohne weitere einschneidende Eingriffe in die Natur verbessert werden.“

Die These, dass ein gesunder Haushalt grundsätzlich Vorrang haben sollte vor dem Ausbau der Infrastruktur, ist .....

Otmar Rößler: „… grundsätzlich richtig. Es stellt einen gravierenden Verstoß gegen den Gedanken der Generationen-Gerechtigkeit dar, dass wir uns jetzt über Gebühr verschulden und unsere Kinder und Kindeskinder die Lasten tragen lassen. Bedeutsame Infrastrukturmaßnahmen bedürfen einer gründlichen Aufgabenanalyse und einer umfassenden Kostenermittlung, insbesondere auch der Folgekosten.

Johannes Heinz: „… in Für und Wider genau abzuwägen. Das ist vergleichbar mit einem privaten Haushalt oder einem Wirtschaftsbetrieb. Bei größeren Investitionen entstehen meistens auch Schulden. Eine Darlehensaufnahme lässt sich in der Regel nicht verhindern. Die Schulden dürfen einem öffentlichen Haushalt aber nicht über den Kopf wachsen, und sie müssen in absehbarer Zeit zurückgezahlt werden können.“

Achim Schmitt: „… so nicht richtig. Ein gesunder öffentlicher Haushalt und der Ausbau der notwendigen Infrastruktur müssen Hand in Hand gehen. Die Stadt Schweich ist ein sehr gutes Beispiel dafür, dass man mit den nicht gerade im Überfluss vorhandenen Mitteln eine gute Infrastruktur ausbauen und erhalten kann. Voraussetzung ist, dass die wenigen Mittel dazu sinnvoll eingesetzt werden.“


Trierischer Volksfreund vom 19. April 2009

"Gestalten statt verwalten"

Von unserem Redakteur Friedhelm Knopp

Einstimmig hat der Schweicher SPD-Ortsverein den 47-jährigen Achim Schmitt zum Kandidaten für die Stadtbürgermeisterwahl am 7. Juni nominiert. Kommunalpolitisch hat sich Schmitt bisher eher im Hintergrund gehalten, er kann aber fundiertes Verwaltungs-Fachwissen in den Ring werfen.

Schweich. Der Diplom-Verwaltungsbetriebswirt und Meteorologe ist seit über sechs Jahren Mitglied der SPD und seit vier Jahren stellvertretender Schweicher SPD-Ortsvereinsvorsitzender. Für den Fall seiner Wahl zum Stadtbürgermeister soll die Parteizugehörigkeit aber eine eher untergeordnete Rolle spielen. "Ich möchte Bürgermeister der Bürger Schweichs werden und nicht der einer Partei oder Gruppierung. Und das Wort von der ,bürgernahen Verwaltung' soll dabei keine Floskel sein", sagt Schmitt.

Bürgermeisterkandidat Achim Schmitt

Hatte sich auch für die Synagoge in Schweich engagiert:
Stadtbürgermeister-Kandidat Achim Schmitt.
TV-Foto: Friedhelm Knopp

Bei der Kommunalwahl 2004 stand er erstmals auf der Stadtratsliste und erreichte Platz 13. Zu wenig zwar für ein Mandat - doch die Arbeit des Rats hat Schmitt in den vergangenen vier Jahren stets als Zuschauer begleitet.

Aktiv griff er in dieser Zeit als Mitglied des Haupt- und Finanzausschusses ins Geschehen ein. Auch die Unterschriftenaktion gegen die ursprünglich geplante Überbauung des Synagogen-Vorplatzes ging auf Schmitts Initiative zurück. Über sein politisches Engagement vergisst Schmitt aber seine Schachleidenschaft nicht, die den Präsidenten des Schachbunds Rheinland-Pfalz mit seinem FWG-Kontrahenten Otmar Rößler verbindet.

Und welche Schwerpunkte sieht Schmitt für den Fall seiner Wahl? Die Antwort leitet der Kandidat mit einem Rückblick auf die Arbeit seines möglichen Vorgängers Vitus Blang ein. "In seine Amtszeit fallen der Bau der Kreisel, die Ortsentlastungsstraße, Ganztagsschule und das riesige Baugebiet ,Ermesgraben'. Darin sehe ich Verpflichtung und Ansporn", erklärt Schmitt. Die kommenden Jahre würden besonders geprägt sein durch Schuldenabbau, Lösung der Verkehrsprobleme und durch die Fortsetzung begonnener Projekte wie etwa die Gestaltung des Bahnhofsumfelds. Außerdem wünscht sich Schmitt eine stärkere Information und Beteiligung der Bürger in die Entscheidungsfindungen nach dem Motto "Gestalten statt verwalten".

Extra

Achim Schmitt ist ledig, kinderlos und lebt mit seiner Lebensgefährtin zusammen. Nach Mittlerer Reife, Ausbildung zum Geophysik-Beamten und Fernabitur erwarb er nach dreijährigem Studium an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung den Abschluss Diplom-Verwaltungsbetriebswirt/Meteorologe. Schmitt hat Berufspraxis als Verwaltungsbeamter und Meteorologe bei verschiedenen fliegenden Einheiten der Bundeswehr. Seit 2002 ist er am Amt für Geoinformationswesen Traben-Trarbach als Personalsachbearbeiter, als Meteorologe in der Flugwetter-Vorhersage und in der wissenschaftlichen Weiterentwicklung tätig. (f.k.)


Trierischer Volksfreund vom 06. April 2009

Voller Eifer in Richtung Jugendtreff

Von unserer Mitarbeiterin Katja Bernardy

In Schweich-Issel ist die Jugend gefragt: Im Kaminzimmer der ICV-Halle trafen sich zwanzig Isseler Heranwachsende mit Jugendpfleger Dirk Marmann, der pädagogischen Fachkraft Jan Kühn sowie dem Ortsvorsteher Kurt Heinz, um gemeinsam das Konzept "Jugendtreff" zu erarbeiten.

Isseler Jugend

Jugendliche aus Schweich-Issel brüten über dem Konzept für den offenen Jugendtreff, der demnächst am „Bolzplatz“ entstehen soll.
TV-Foto: Katja Bernardy

Schweich-Issel. (kat) "Am Abwasserpumphäuschen, an der Mosel, auf der Straße, am Brunnen, am Sportplatz" steht auf einem Plakat, das eine Gruppe von Teenies erstellt hat. Dirk Marmann, Jugendpfleger der Verbandsgemeinde Schweich, hatte die jungen Leute aufgefordert, aufzuschreiben, wo sie sich bisher getroffen haben. Das Abhängen auf der Straße wird bald ein Ende haben. Die TV-Berichterstattung über die problematische offene Jugendarbeit in Schweich-Issel hatte Folgen: Die Gemeinde kam mit den jungen Leuten ins Gespräch und es wurde gehandelt. Ein Jugendtreff wird errichtet. Der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Schweich hat bereits "Ja" zu der Anschaffung von zwei Wohncontainern, die am "Bolzplatz" aufgestellt werden sollen, gesagt. Gemeinsam mit dem Jugendpfleger und Jan Kühn, pädagogische Fachkraft für offene Jugendtreffarbeit der Stadt Schweich, sowie Kurt Heinz entwickelten Jugendliche im Kaminzimmer der IVC-Halle jetzt ein Konzept für den offenen Treff. Heinz und Marmann gaben den Rahmen vor, in dem die Wünsche der Jugendlichen ihren Platz und ihre Entfaltung finden können: "Das Jugendschutzgesetz gibt uns Grenzen vor", sagte der Jugendpfleger. Heinz forderte eine verbindliche Hausordnung und dass junge Leute, die für die Einhaltung aufgestellter Regeln verantwortlich sind, benannt werden. "Wenn gegen Regeln verstoßen wird, ist das Ding in zwei Stunden zu", machte der Ortsvorsteher unmissverständlich klar. Schließlich gebe es auch eine Verantwortung gegenüber den Anwohnern. Dann waren die Vorstellungen der Teenies gefragt: Eifrig sammelten sie ihre Ideen auf Plakaten. An erster Stelle der Wunschliste steht, "überhaupt mal einen Jugendtreff haben." Mit Fragen wie "Was stellt ihr euch vor?" kitzelte der Jugendpfleger weitere Wünsche aus den Teenies heraus: eine Musikanlage, einen Kicker, gemeinsame Projekte, Chillen, eine Coach, um nur einige Punkte zu nennen, schrieben die jungen Leute auf riesigen Plakaten auf. Und die Heranwachsenden wünschen sich Leute, die sich durchsetzen können und Verantwortung für das Gelingen des Treffs tragen. Sieben junge Leute signalisierten Interesse, später im Jugendtreff Aufgaben zu übernehmen. Sie meldeten sich zu einer Jugendleiterschulung Anfang Mai an. Marmann und Jan Kühn werden die Ergebnisse dieses Abends festhalten. "Die Eckpfeiler sind festgelegt und es wurde eine gute, fruchtbare Grundlage erarbeitet", lobte Marmann die Jugendlichen. Das sah auch Kurt Heinz so.

Am 14. Mai geht's weiter in dem Kaminzimmer der ICV-Halle. Dann wird weiter an dem Konzept gefeilt.


Pressemitteilung vom 24. März 2009

SPD-Abgeordnete in der Region Trier kümmern sich um Probleme von Grenzgängern

MAINZ. Ministerpräsident Kurt Beck und die SPD-Abgeordneten aus der Region Trier setzen die Thematik Grenzgänger in der Großregion und die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf ihre Arbeitsagenda. Das teilt der Kenner Landtagsabgeordnete Manfred Nink am Dienstag mit.

Bei einem Arbeitsfrühstück haben die Abgeordneten der Region Trier in der vergangenen Woche zusammen mit dem Ministerpräsidenten Kurt Beck über die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise für die Grenzgänger in der Region beraten. Nach Auskünften der Agentur für Arbeit Trier könnten in Zukunft auch deutsche Arbeitnehmer am Wirtschafts- und Finanzstandort Luxemburg die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen. Problematisch werde es vor allem dann, wenn für die Arbeitssuchenden auf unabsehbare Zeit kein ihrer Qualifikation entsprechender Arbeitsplatz in der Region in Aussicht sei.

„Die SPD-Abgeordneten werden das Thema auf ihre Arbeitsagenda setzen und sich für schnelle Lösungen einsetzen. Ich bin zufrieden mit den ersten Vereinbarungen, die wir im Rahmen unseres Gesprächs mit Kurt Beck treffen konnten“, sagt Manfred Nink, der die Arbeitsgespräche der SPD-Abgeordneten leitet. Der Ministerpräsident werde anregen, dass sich der Wirtschafts- und Sozialausschuss der Großregion schnellstens mit dem Thema beschäftigt. Außerdem werde die Arbeits- und Sozialministerin Malu Dreyer mit ihrem Luxemburger Kollegen ein Gespräch führen und die Probleme ebenfalls ansprechen.

An den regelmäßigen Arbeitsgesprächen nehmen die SPD-Abgeordneten aus der Region Trier, Manfred Nink, Ingeborg Sahler-Fesel und Alfons Maximini aus dem Kreis Trier-Saarburg, Ministerin Malu Dreyer aus der Stadt Trier, Bettina Brück und Dieter Burgard aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich, Astrid Schmitt aus dem Vulkaneifelkreis und Monika Fink aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm teil.

„Unsere gute Zusammenarbeit in der Region hat sich in den letzten Jahren bewährt“, so Nink. „Wir haben schon große Probleme wie Abfallbeseitigung in der Region und den Flugplatz Bitburg gemeinsam bewältigt. Unsere kontinuierlichen Gespräche mit Fachministern und jetzt mit unserem Ministerpräsidenten sind eine gute Plattform, die Interessen der Region in Mainz zu vertreten. Wir werden diese Arbeitsweise fortführen.“


Trierischer Volksfreund vom 13. Dezember 2008

Co-Pilot bei der Hagel-Abwehr

Von unserem Redakteur Albert Follmann

Die VG Schweich ist bereit, sich in einer dreijährigen Modellphase an dem Einsatz von Hagel-Bekämpfungsflugzeugen zur Schadensminderung in Landwirtschaft und Weinbau zu beteiligen.

Schweich. Während einer Pilotphase von drei Jahren will sich die Verbandsgemeinde Schweich mit 8138 Euro jährlich an einer Hagelbekämpfung aus der Luft beteiligen. Wie berichtet, hat das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) den Einsatz von Flugzeugen vorgeschlagen, die die entstehende Gewitterwolken mit Kochsalz oder Silberjodit "impfen". Damit soll die Bildung von großen Hagelkörnern, die schwere Schäden anrichten können, vermieden werden. So war etwa die Region im Frühsommer 2007 von Hühnereier großen Brocken getroffen worden; in Teilen der Mittelmosel und an der Sauer gab es schwere Schäden.

Der Verbandsgemeinderat Schweich begrüßt die Absicht, Hagel-Flugzeuge am Flugplatz Föhren zu stationieren und die Geschäftsführung dem Maschinenring zu übertragen.

Bürgermeister Berthold Biwer informierte über die Absicht, die Gesamtfinanzierung an der Weinbaufläche festzumachen. Danach wird die VG Schweich, die über 1820 Hektar Weinbergsfläche verfügt, mit 8138 Euro an den jährlichen Gesamtkosten von 140 000 Euro beteiligt. Ursprünglich sollten die Gesamtflächen aller Verbandsgemeinden herangezogen werden, was aber zu Protesten führte. So hätte die VG Trier-Land mit 70 Hektar Weinbaufläche mehr bezahlen müssen als die VG Schweich.

"Wir sollten Nägel mit Köpfen machen. Man muss auch die hohen Schäden außerhalb des Weinbaus wie an Autos und Häusern berücksichtigen", sagte Klaus Jostock (CDU). Zur Eile mahnte auch Hugo Kohl (FWG): "Wir bringen etwas Wichtiges auf den Weg." Als einzige stimmte SPD-Rätin Iris Hess gegen das Vorhaben. Sie bezweifelt die Wirksamkeit der Hagelabwehr und spricht sich stattdessen für den Abschluss von Elementarversicherungen für alle Rheinland-Pfälzer aus. Zweifel am Erfolg der Maßnahme seien angebracht, so Hess' Fraktionskollege Vitus Blang, dennoch stimmten die anderen Sozialdemokraten dafür.


Trierischer Volksfreund vom 12. Dezember 2008

Von der Trompete zum Kreisel

Von unserem Redakteur Albert Follmann

Laut Verkehrsgutachten (der TV berichtete) verfügt Schweich über ein leistungsfähiges Verkehrsnetz. Doch die Stadt wächst schnell und es gibt einige neuralgische Punkte wie die "Schlimmfuhren", die L 141 und das Nadelöhr Kindergarten/Altenzentrum.

Schweich. In den vergangenen Jahren hat der Verkehr im Straßen-Dreieck Stefan-Andres-Straße/ Bernhard-Becker-Straße/Isseler Straße stark zugenommen. Durchschnittlich 6600 Fahrzeuge sind täglich auf der Bernhard-Becker-Straße unterwegs, sagt das aktuelle Verkehrsgutachten. Wen wundert's: Neukauf, Aldi und Lidl sind Kundenmagneten, auch Brunnen- und Schulzentrum ziehen viel Verkehr an. Jetzt kommt auch noch der "Ermesgraben" mit 338 Baustellen hinzu. Das bedeutet: Mindestens 500 Autos mehr werden sich in einigen Jahren in diesem Sektor bewegen.

Skizze

KFZ-Zählungen bilden die Grundlage für die künftige Verkehrspolitik in Schweich. Im Fokus stehen dabei unter anderem (von oben im Uhrzeigersinn): Die Ortsentlastungstraße, der Kreisel in der Brückenstraße, der Kreisverkehr Moselbrücke und die Bernhard-Becker-Straße.
Foto: volksfreund.de

Direktanschluss an B 53 abgelehnt

Die Stadt Schweich wollte schon mehrfach den Verkehr durch eine Anbindung an die B 53 entzerren, doch der Landesbetrieb Mobilität (LBM) lehnte einen Direktanschluss an die B 53 im Bereich Moselvorland/Campingplatz ab. Begründung: Der Verkehrsfluss werde durch zu viele Abfahrten gehemmt. Auch ein B 53-Anschluss über eine "Trompete" in den "Schlimmfuhren" machte der LBM nicht mit. Nun soll den Landesplanern ein Kreisel am "Ermesgraben" schmackhaft gemacht werden. Stadtbürgermeister Vitus Blang: "Für das Baugebiet soll ohnehin eine Linksabbiegespur gebaut werden, da wäre ein großer Kreisel eine ideale Lösung, um den Ziel- und Quellverkehr in diesem Bereich abzuleiten." Im Frühjahr werde ohnehin die "Gesamtproblematik Verkehr" im Rat erörtert, darunter die Auswirkungen der Brückensanierung in Ehrang. Da werde einiges auf die Ortsentlastungsstraße von Schweich zukommen, fürchtet Blang.

Aber auch in Schweich selbst wird sich in Sachen Verkehr in den nächsten Jahren viel tun: so ist der Rückbau der L 141 in der Ortsdurchfahrt geplant mit verengter Straße und mehr Raum für Radfahrer, Fußgänger und den ruhenden Verkehr. Bereits 2009 soll die K 35 in Issel zurückgebaut werden.

Das Nadelöhr im Bereich Kindergarten/Altenheim (Neustraße/Klosterstraße) soll mit einem Wendehammer und Parkplätzen großzügiger gestaltet werden; die Föhrenbachbrücke soll so verstärkt werden, dass sie auch für LKW über zehn Tonnen passierbar wird.

Meinung

In Schweich geht's rund!

Der Ausbau des Baugebiets "Ermesgraben" ist - verkehrstechnisch gesehen - für die Stadt Schweich Fluch und Segen zugleich. Ein Fluch deshalb, weil die zu erwartenden 1000 Neubürger und der dort geplante Supermarkt die jetzt schon angespannte Verkehrssituation im Bereich "Schlimmfuhren" weiter verschärfen werden. Ein Segen deshalb, weil sich durch die Entwicklung des Baugebiets die Chance auf eine Verkehrslösung aus einem Guss bietet. Und diese kann nur lauten: Bau eines Kreisels am Ermesgraben zwischen Schweich und Issel! Mit dem Rundverkehr hat die Stadt Schweich bisher sehr gute Erfahrungen gemacht. Der neue Kreisel könnte den Verkehr elegant und zügig zur B 53 leiten, der Landverbrauch würde sich im Gegensatz zu "Anschluss-Ohren" in Grenzen halten. Weiterer Vorteil: So abstruse Planvarianten, wie etwa die, den Verkehr zwischen Schwimmbad und Schulzentrum entlang zu führen, könnten endgültig zu den Akten gelegt werden.
a.follmann@volksfreund.de


Trierischer Volksfreund vom 10. Dezember 2008

Freie Bahn für Bahnhofsplanung

Einen weiteren Schritt in Richtung Bahnhofsumgestaltung hat der Stadtrat Schweich gemacht. Er gab grünes Licht für einen Bus-Wendeplatz und einen Mitfahrerparkplatz an der Ortsentlastungsstraße.

Schweich. (alf) Dem Bau eines Buswendeplatzes zwischen der Ortsentlastungsstraße und dem Bahnhofsgelände erteilte der Stadtrat in der jüngsten Sitzung seinen Segen. Andreas Schuchardt vom Büro Manns +Conrad aus Wirges stellte die Planung vor. Gegenüber der zunächst vorgesehenen Bushaltestelle ("Die wurde zurecht als nicht optimal angesehen") sollen für die neue Anlage nun auch Privatflächen in Anspruch genommen werden. Laut Schuchardt ist der Bus-Wendeplatz auch für Gelenkbusse geeignet, wie sie im Schülerverkehr eingesetzt werden.

Als Ersatz für entfallene PKW-Stellplätze im Bahnhofsbereich soll auf der anderen Seite der Entlastungsstraße, auf dem Gelände der Firma Schroeder, ein Mitfahrerparkplatz mit 30 Stellplätzen gebaut werden.

Dass dieser später wieder zurückgebaut werden soll (was Voraussetzung für einen 85-prozentigen Landeszuschuss ist) stieß im Rat auf Unverständnis. "Es hält nichts länger als ein Provisorium", unkte Stadtbürgermeister Vitus Blang und auch andere Räte äußerten sich zuversichtlich, dass der Parkplatz, einmal gebaut, ein längeres Haltbarkeitsdatum haben könnte. Dass er dringend gebraucht wird, davon ist man in Schweich felsenfest überzeugt.

"Ungeachtet nicht abgeschlossener Grundstücksverhandlungen" (Blang) soll nun auf Wunsch des Rates der Förderantrag gestellt werden. Die Herstellungskosten für die Projekte betragen 917 000 Euro, wobei Stadt und VG Schweich 15 Prozent davon schultern müssen. Einschließlich Baunebenkosten wird von einer Summe von 236 000 Euro ausgegangen. Zwei Drittel davon gehen zu Lasten der VG, ein Drittel übernimmt die Stadt.


Trierischer Volksfreund vom 10. Dezember 2008

Selbst die Chinesen halten sich beim Holzkauf zurück

Schweich kann 2009 mit einem Überschuss von rund 3500 Euro aus dem Wald rechnen. Allerdings müssten wegen der Auswirkungen der Finanzkrise auf den weltweiten Holzmarkt alle Zahlen mit einem Fragezeichen versehen werden, sagte Forstdirektor Gundolf Bartmann.

Schweich. (alf) Mit viel Papier und schwarzen Zahlen waren der Direktor des Forstamtes Trier, Gundolf Bartmann, und der für Schweich zuständige Revierförster Peter Kruse zur Stadtratssitzung ins alte Weinhaus gekommen. Dem Rat stellten die Herren den Forstwirtschaftsplan 2009 vor, der einen Überschuss von rund 3500 Euro aufweist. Die Einnahmen aus dem Holzverkauf (prognostiziert sind 78 500 Euro) machen den größten Teil der Gesamteinnahmen von 82 882 Euro aus. Auf der Ausgabenseite (insgesamt 79 297 Euro) sind die "Dienstleistungen Dritter" (dahinter verbergen sich Löhne und Unternehmerleistungen) mit rund 63 000 Euro der größte Posten.

Beim Holzkauf gibt es nach Auskunft von Gundolf Bartmann "große Zurückhaltung, bis hin nach China". Die Schnittholzlager der Sägewerke seien voll. Man habe mit gesenkten Holzpreisen kalkuliert, sagte Bartmann, doch angesichts der Finanzkrise müsse man jetzt "hinter alle Zahlen ein Fragezeichen setzen".

Der Rat stimmte bei einer Enthaltung dem Forstplan 2009 zu, gab den Forstleuten aber mit auf den Weg, die schriftlichen Unterlagen künftig für den Laien verständlicher zu gestalten. Durch die Einführung der Doppik sei der Plan noch dicker und undurchsichtiger geworden, sagte Hans-Dieter Natus (SPD).


Trierischer Volksfreund vom 08. Dezember 2008

Weniger Hürden für Drahtesel

Von unserem Redakteur Albert Follmann

Schweich soll fahrradfreundlicher werden. Um dieses Ziel zu erreichen, hat der Stadtrat Schweich ein Radwegekonzept in Auftrag gegeben. Es soll in enger Abstimmung mit dem Verkehrsgutachten umgesetzt werden.

Schweich. In den Tempo 30-Zonen und in verkehrsberuhigten Bereichen biete Schweich schon gute Bedingungen für Radfahrer, aber einige Bereiche müssten noch fürs Zweirad erschlossen werden. Das sagte Diplom-Geograf Maik Scharnweber, der dem Stadtrat ein Angebot zur Planung eines Radverkehrsnetzes für die Stadt Schweich vorlegte. Es beinhaltet auch die Untersuchung von Abstellmöglichkeiten, Service-Angebote für Radfahrer und die Punkte "Kommunikation und Motivation".

Nach eingehender Diskussion, ob es nicht sinnvoller sei, das mit der Verkehrsuntersuchung beauftragte Büro "V-KON" zusätzlich mit dem Radwegkonzept zu betrauen und damit die verwandten Bereiche in einer Hand zu lassen, segnete das Gremium letztendlich doch den separaten Auftrag für Scharnwebers "Büro für Mobilitätsberatung und Moderation" zum Honorarpreis von 18 500 Euro ab. Der Rat machte deutlich, dass er auf eine enge Zusammenarbeit mit den Verkehrsplanern Wert legt, die der Geograf auch zusagte. Weiterhin wurde in das Auftragspaket die L 141 von dem neuen Kreisel bis zur Moselbrücke aufgenommen.

Radfahrern mit wenig Investitionen Gutes tun

Radfahrer

Rad fahren soll in Schweich attraktiver werden. Deshalb hat der Stadtrat ein Radverkehrskonzept in Auftrag gegeben.
TV-Foto: Albert Follmann

Am Beispiel von Diekirch (Luxemburg) erläuterte Scharnweber, welche Möglichkeiten in einer größenmäßig mit Schweich vergleichbaren Stadt umgesetzt worden sind. In vielen Fällen seien keine großen Investitionen vonnöten, um Radfahrern Gutes zu tun, so der Planer, oft könnten schon kleine und preiswerte Dinge wie abgeflachte Bordsteinkanten für einen flüssigeren und damit sicheren Fahrradverkehr sorgen.

Phase eins der Umsetzung bestehe darin, Routen vorzuschlagen, bemerkte Maik Scharnweber, in Phase zwei komme die Beschilderung an die Reihe.


Trierischer Volksfreund vom 06. Dezember 2008

Noch kein "Verkehrsinfarkt" im Anmarsch

Von unserem Redakteur Albert Follmann Von Albert Follmann

Mehr als 10 000 Fahrzeuge sind zu Spitzenzeiten täglich in der Schweicher Innenstadt unterwegs. Den hohen Quell- und Zielverkehr in der Moselstadt belegt eine Verkehrsstudie, die im Stadtrat vorgestellt wurde.

Schweich. Das KFZ-Aufkommen in und um Schweich ist sehr hoch, aber selbst Belastungen von mehr als 10 000 Fahrzeugen täglich sind nicht so alarmierend, dass der "Verkehrsinfarkt" droht. So könnte man das Ergebnis der Verkehrsuntersuchung auf einen Nenner bringen, die Markus Werhan vom Trierer Ingenieurbüro "V-KON" im Stadtrat vorstellte. Die Expertise fußt auf der Auswertung von fast 11 000 Befragungen von Kraftfahrern an sechs Standorten im Juni. "Mit 60 Prozent Erfassungsgrad ist die Datengrundlage sehr gut", sagt Experte Werhan und weist auf die Möglichkeit von Detailauswertungen hin. Diese werden in einem Arbeitskreis eine Rolle spielen, den der Stadtrat ins Leben rief und dem die Verwaltungsspitze und Ratsmitglieder aller Fraktionen angehören. Hauptaufgabe wird es sein, aus den Zahlen Schlüsse für künftige Maßnahmen zu ziehen. Von der Verkehrszählung verspricht sich der Rat auch Synergieeffekte für ein Radwegekonzept, mit dessen Umsetzung er einen Geografen beauftragte (Bericht folgt).

Kreisel

Blick vom Kreisel in die Schweicher Brückenstraße. Hier ist die Verkehrsdichte mit rund 14 000 Fahrzeugen täglich am höchsten. TV-Foto: Albert Follmann

Die hohe Frequenz an peripheren Knotenpunkten ist eine Haupterkenntnis der Verkehrsstudie: Am Kreisel Moselbrücke/Brückenstraße sind täglich rund 14 000 Fahrzeuge unterwegs, am neuen Kreisverkehr Richtung Hetzerath 8200 und im Bereich B 53/K 39 sind es 9800. Die Ortsentlastungsstraße erfahre eine "hohe Akzeptanz", Durchgangsverkehre belasteten die Ortsdurchfahrt nur gering, so die Erkenntnis. Autos in Hülle und Fülle - dies gilt auch für die Innenstadt - sicherlich ein Beweis für die Attraktivität der Einkaufsstadt Schweich und ihrer überregionalen Funktion als Arbeits- und Ausbildungsort. Der Fachmann spricht von hohem Ziel- und Quellverkehr beziehungsweise Binnenverkehr. Rund 9000 Fahrzeuge verkehren täglich auf der Spange Brücken-/Richtstraße, auch die Verkehrsdichte am Brunnenzentrum ist enorm: 6600 Fahrzeuge rollen über die Bernhard-Becker-Straße, den Kreisel bei der VG-Verwaltung durchfahren 12 700 KFZ. Für Markus Werhan ist das Straßennetz für diese Autoflut gewappnet: "Die Leistungsfähigkeit ist gegeben, Beeinträchtigungen des Verkehrsflusses gibt es zum Teil durch den geringen Straßenquerschnitt." Dennoch gibt es einen Bereich, der dem Bürgermeister Sorgen macht - "In den Schlimmfuhren": "380 neue Baustellen im Ermesgraben, da droht der Verkehrskollaps", fürchtet Vitus Blang.

Meinung

Kein Ruhekissen für Schweich

Den Kreiseln sei Dank: In Schweich ginge verkehrsmäßig wahrscheinlich schon längst nichts mehr, wäre diese segensreiche Einrichtung nicht an wichtigen Kreuzungen realisiert worden. Aber auch der Bau der Entlastungsstraße und die Einsicht der Autofahrer (nur wenige "vorwitzige" Durchfahrer belasten die Innenstadt) sind dafür verantwortlich, dass Schweich (noch) nicht an den Blechlawinen erstickt. Die Verkehrsstudie macht Hoffnung, aber sie sollte kein Ruhekissen sein. Wenn die Stadt weiter so boomt, wird man auch Lösungen abseits des Individualverkehrs finden müssen.
a.follmann@volksfreund.de


Trierischer Volksfreund vom 06. Dezmber 2008

Null Engagement bis nachahmenswert

Von unserer Mitarbeiterin Katja Bernardy Von Friedhelm Knopp

In den vergangenen Monaten hat der TV die kommunale Jugendarbeit in 17 Gemeinden der Verbandsgemeinde (VG) Schweich unter die Lupe genommen. Überwiegend investieren die einzelnen Kommunen viel in ihre Jugend, einige Diskussionen und Aktionen sind durch die Serie in Bewegung gekommen.

Schweich. Offenbar haben in der VG Schweich viele Gemeinden die Zeichen der Zeit erkannt: "Wer in die Jugendarbeit investiert, setzt sich für die Zukunft ein", hatte Dirk Marmann, Jugendpfleger der VG Schweich, im TV-Interview zum Auftakt der Serie betont.

Jugend Schweich
Das Miteinander im Jugendtreff Pölich funktioniert bestens. Ortsbürgermeister Frank Hömme (hinten links) und Eltern wie Jutta Klappert (hinten, Zweite von links) und Lea Walter (hinten, Dritte von links) unterstützen die Jugendarbeit in dem Moselort.TV-Foto: Katja Bernardy

Leiwen ist der einzige größere Ort, in dem keine kommunale Jugendarbeit stattfindet. Seit einem Jahr ist der Jugendraum geschlossen. "Es gibt kein Interesse", sagte Ortsbürgermeister Klaus Feller. Der Grund: "Die Jugendlichen sind in den Vereinen engagiert", meinte Feller. In Schleich, Longen sowie Naurath/Eifel sind offene Treffs aufgrund der geringen Einwohnerzahl nicht möglich. "Die Jugendlichen besuchen die Treffs in Nachbargemeinden", sagte Marmann. In dem Moselort Mehring hat die katholische Kirche die kommunale Jugendarbeit übernommen.

Dort, wo Jugendarbeit floriert, hat die Gemeinde die Basis geschaffen: einen Jugendraum. Sind dann noch engagierte Erwachsene da, die die Interessen der jungen Leute ernst nehmen und sie sinnvoll unterstützen, scheint das Rezept für eine gelungene Jugendarbeit vorhanden zu sein. Das zeigten die vorbildlichen Beispiele in Bekond, Pölich, der "Hoacher Jugend" (Zusammenschluss der Jugend aus Thörnich, Detzem, Köwerich), Riol sowie Ensch. In Föhren, Longuich und Schweich haben die Kommunen eine pädagogische Fachkraft eingesetzt.

Auch die problematische Situation in Klüsserath - der Jugendraum wurde wegen chaotischer Zustände geschlossen - wurde mittlerweile in Angriff genommen: Eine pädagogische Fachkraft soll eingestellt werden. "Wir wünschen uns mehr Interesse an der Jugend" hatten Kenner Teenies geäußert.

Die Gruppe der Heranwachsenden, die sich im Jugendraum trifft, ist nach wie vor autark. Probleme gab es in Fell: Die Gemeinde hat einen Jugendraum im neuen Winzerkeller geschaffen, den die jungen Leute mit Unterstützung ausbauen können. Die erste Schwierigkeit, Utensilien der Gemeinde wurden dort gelagert, wurde aus dem Weg geräumt, und dann kamen die Jugendlichen nicht in die Gänge.

Jetzt scheint es zu klappen: Engagierte Jugendliche und der VG-Jugendpfleger haben kürzlich 30 Teenies motivieren können, wieder etwas loszumachen in Sachen Jugendarbeit in Fell. Die Berichterstattung über problematische Zustände in Schweich-Issel - Ortsbürgermeister Kurt Heinz behauptete, dass einige Jugendliche die Bürger in Angst und Schrecken versetzten - hatte Folgen: Konstruktive Gespräche werden geführt (ausführlicher Bericht folgt).

"Die TV-Serie hat gezeigt, dass die meisten Gemeinden in der VG Schweich sehr viel Zeit, Geld und Engagement in die Jugend investieren", sagte Dirk Marrnann. Auf der anderen Seite seien auch sehr viele Jugendliche bereit, Verantwortung zu übernehmen und Jugendarbeit selbst zu gestalten, "wenn man sie ernst nimmt und ihnen offen begegnet". Und: "Eine verlässliche Betreuung ist das A und O", sagt der Jugendpfleger.

Meinung

Bewegung in der Szene

Wirksame Jugendarbeit setzt Fingerspitzengefühl vonseiten der Erwachsenen voraus. Genau das scheint in vielen Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Schweich der Fall zu sein. Jugendräume gibt es in fast allen größeren Orten, und die Unterstützung ist gewährleistet, wenn sie notwendig ist. Aber sie wird der jungen Klientel nicht aufgezwungen. Dass dies nicht immer konfliktfrei abläuft, wie jüngst in Klüsserath, liegt in der Natur der Sache. Wichtig ist in diesem Fall, nicht zu resignieren, sondern, wie in Klüsserath geschehen, das Problem anzupacken. Auch in Schweich-Issel, wo das öffentliche Miteinander von Alt und Jung nicht gerade als spannungsfrei galt, kommt Bewegung in die Szenerie. Zu leicht scheint man es sich in Leiwen zu machen nach dem Motto "die Vereine kümmern sich schon". Nicht alle Jugendlichen sind für die Vereinsarbeit empfänglich, sie wollen lieber ihr eigenes Süppchen kochen und sind selbst für Jugendpfleger schwer erreichbar. Offenbar aber ist in Leiwen die Welt noch mehr in Ordnung als anderenorts. Oder?
f.knopp@volksfreund.de


Trierischer Volksfreund vom 8./9. November 2008

Antihagel-Flugzeuge: Sinn oder Unsinn?
Projekt des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum ist umstritten – Finanzierung ist unklar, die Wirksamkeit fraglich

Immer häufigere und heftigere Hagelunwetter bereiten Winzern und Landwirten zunehmend Sorgen. Das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) schlägt den Einsatz von Hagelbekämpfungs-Flugzeugen vor. 140 000 Euro, finanziert von Winzern und Kommunen, soll das Projekt pro Jahr kosten. Dabei ist die Wirksamkeit der Methode bis heute wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
Von unserem Redakteur
Winfried Simon

Wenn zwischen Mai und September dunkle Unwetterwolken aufziehen, sind die Winzer und Landwirte in großer Sorge. Gibt es ein schlimmes Hagelunwetter? Ende Mai dieses Jahres richteten dicke Hagelkörner zwischen Ediger und Cochem katastrophale Schäden an. Einen Schutz vor solch schlimmen Hagelunwettern soll nun ein Hagelbekämpfungs- Flugzeug bringen. Diese Art der Hagelbekämpfung ist seit 50 Jahren bekannt und wurde im März dieses Jahres bei einem Symposium in Föhren vorgestellt. Die Methode: Der Pilot steigt vom Flugplatz Föhren mit seinem Spezialflugzeug auf, fliegt den Gewitterwolken entgegen und versprüht ein Gemisch aus Silberjodid und Aceton.

Hagelabwehr-Flugzeug

Foto: TV-Archiv/Norbert Klippel

Damit soll erreicht werden, dass sich sehr viele kleine statt großer Hagelkörner bilden. Läuft alles nach Plan, wandeln sich die kleinen Körner auf dem Weg zur Erde noch in harmlose Wassertröpfchen um. Der Weinbauverband Mosel hofft, dass die Hagelflieger im kommenden Jahr eingesetzt werden können. Aber noch ist unklar, wie die Kosten in Höhe von 140 000 Euro pro Jahr finanziert werden sollen. Das derzeitige Modell sieht vor, dass die Winzer 100 000 Euro – das sind umgerechnet zehn Euro pro Hektar – zahlen und die weinbautreibenden Kommunen die restlichen 40 000 Euro übernehmen. Ohne diese Kostenübernahme würde der Winzer 15 statt zehn Euro pro Hektar zahlen.

Am Mittwoch wurde das Thema im VG-Rat Kröv-Bausendorf behandelt. Die Verbandsgemeinde müsste nach dem Finanzierungsschlüssel 1668 Euro pro Jahr zahlen. Umgelegt auf die drei Weinbaugemeinden bedeutet dies: Kröv zahlt 800 Euro, Kinheim 480 Euro und Reil 400 Euro.

Der Rat vertagte nach einer langen Diskussion das Thema. Grund: Es sei noch unklar, ob die Winzer bereit seien, ihren Anteil zu zahlen. Ferner gebe es Zweifel an der Wirksamkeit der Methode. Das Finanzierungsmodell funktioniert nur, wenn die Winzer eine Art Zwangsabgabe leisten. Diese Abgabe würde von der Wiederaufbaukasse eingezogen. Noch ist unklar, ob eine solche Regelung getroffen werden kann. Dass sich die Kommunen überhaupt an der Finanzierung beteiligen sollen, ist ebenfalls nicht unumstritten. Einige Verbandsbürgermeister befürchten einen Präzedenzfall, wenn sie eine bestimmte Berufsgruppe finanziell unterstützen.

Ob die Methode überhaupt nützt, darüber streiten die Fachleute. Der CDU-Sprecher im Rat, Peter Tries, ein studierter Meteorologe, verwies in der Sitzung auf mehrere Studien. Fazit: Es gibt bislang keinen wissenschaftlichen Nachweis der Wirksamkeit der Methode. Tries hat im Internet eine Reihe von Artikeln zum Thema Hagelabwehr gefunden.

Der Fernseh-Wetterexperte Jörg Kachelmann bezeichnet zum Beispiel im „Oberbayerischen Volksblatt“ die Hagelbekämpfung als Aberglaube. Eine Kerze in der Kirche helfe mehr gegen Hagel als Silberjodid.


Mainz 8. September 2008

Pressemitteilung zur Entscheidung Kurt Becks

Die rheinland-pfälzische SPD nimmt die Entscheidung von Kurt Beck, als SPD- Bundesvorsitzender zurück zu treten, mit großer Betroffenheit auf. Er hat als Vorsitzender die seit Jahren andauernde Programmdiskussion zusammengeführt und der SPD mit dem Hamburger Programm ein neues Parteiprogramm gegeben. Wir bedauern, dass es zu diesem Schritt gekommen ist.

Wir begrüßen, dass Frank-Walter Steinmeier auf seinen Vorschlag hin die SPD als Kanzlerkandidat in den Bundestagswahlkampf führen wird.

Die heutige Entscheidung von Kurt Beck hat keinerlei Auswirkungen auf Rheinland-Pfalz. Wir werden Kurs halten und weiterhin der erfolgreichste SPD Landesverband in Deutschland bleiben.


Trierischer Volksfreund vom 04. Juli 2008

Keine Bananen-Republik

Leserbrief zum Bericht „Die Straße endet im nichts“ (TV vom 22. April 2008)

Zu dem Bericht vom 22. April 2008 „Große Hunde und breite Laster“, der sich über Missstände eines Unternehmens im Schweicher Gewerbegebiet „Am Bahnhof“ auslässt, äußert sich der Anwalt des Unternehmens R. Zahnhausen in einem Bericht am 01. Mai 2008 im TV. RA Zahnhausen sollte nach seinen Äußerungen zur Sache im TV klar gemacht werden, dass wir nicht in einer Bananen-Republik leben, sondern in einem Rechtsstaat. So gibt es für bauliche Maßnahmen das Baugesetz, die Landesbauordnung und für örtliche Detailbestimmungen einen Bebauungsplan. In einem Bebauungsplan ist alles aufs Kleinste in der Textfestsetzung geregelt.

Drei Beispiele: bebaubare Fläche, Grenzabstände, Nachweis der notwendigen Stellplätze. Da gibt es die Lärmschutzverordnung und letztendlich gibt es die Gefahrenabwehrverordnung, die die Haltung von Hunden regelt.

Die Aussage in dem vorgenannten Artikel von RA Zahnhausen, „…es drängt sich der Eindruck auf, ich würde meine eigene Stadtratsfraktion dazu benutzen, mich eines Gewerbetreibenden in der Nachbarschaft zu entledigen“ ist eine ziemliche Frechheit. Er ist seit drei Jahrzehnten Stadtrat und in anderen Gremien, um Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen, zu unterstützen. Es sei denn, sie halten sich nicht an Gesetze und Ordnung, dann ist es nicht nur mein Recht, sondern als Volksvertreter auch meine Pflicht, dafür zu sorgen, dass öffentliches Recht und öffentliche Ordnung wieder hergestellt wird. Mehr will ich nicht und mehr will auch die Interessengemeinschaft „Neubaugebiet Modell III“ nicht.

Norbert Schuh, Schweich


Trierischer Volksfreund vom 19. Juni 2008

Wer spät kommt, den belohnt der Tarif

Billiger wird es künftig in der Verbandsgemeinde Schweich für späte Gäste der Freibäder Schweich und Leiwen. Der Verbandsgemeinderat beschloss in seiner jüngsten Sitzung eine entsprechende Tarifänderung. Außerdem stimmte der Rat der Übernahme der Grundschule Schweich zu.

Schweich. Mit zwei guten Nachrichten eröffnete Bürgermeister Berthold Biwer die Sitzung: Auf einstimmigen Beschluss des Kreistags Trier-Saarburg soll in Schweich ein staatliches Gymnasium in Kreisträgerschaft errichtet werden (TV vom 18. Juni). Der Beschluss werde laut ADD-Präsident Josef Peter Mertes sehr wohlwollend geprüft. Damit berücksichtige man die demografische Entwicklung den hohen Bedarf in Schweich und in der Verbandsgemeinde (VG).

Mittelzentrum in Aussicht gestellt

Hoffen lässt nach Angaben von Biwer auch ein Gespräch über das Thema "Anerkennung als Mittelzentrum", das der Ältestenrat der VG Schweich und Vertreter der Schweicher Stadtratsfraktionen mit Innenminister Karl Peter Bruch geführt hatte. Bruch habe erklärt, dass Schweich alle Merkmale eines Mittelzentrums besitze. Aus politischen Gründen - um keine Begehrlichkeiten bei anderen Kommunen zu erwecken - sei Schweich noch nicht als Mittelzentrum im geänderten Landesentwicklungsprogramm (LEP) benannt worden. Der Minister habe aber zugesichert, dass die Anerkennung im Zuge der Kommunalreform spätestens bis 2010 folgen werde.

Einstimmig beschlossen wurde im Anschluss die Übernahme der städtischen Grundschule Schweich und Bodenländchenhalle, für die an Schweich eine Abfindung von 175 000 Euro gezahlt werden soll (TV vom Mittwoch).

Ebenfalls einstimmig fiel die Entscheidung zur Einführung preisermäßigter Abendkarten für das Erlebnisbad Schweich und für das Panoramabad Leiwen. Künftig zahlen Erwachsene, die abends nach der Arbeit noch "schnell mal ins Becken springen wollen", für die Zeit von 17.30 bis 19 Uhr (bei hohen Temperaturen bis 20 Uhr) nur noch den Jugendtarif von 1,70 Euro. Bisher, so die übereinstimmende Auffassung aller Ratsfraktionen, schreckte der höhere Eintrittspreis, der für einen ganztägigen Aufenthalt in den Bädern berechtigt, potenzielle Abendgäste ab. Von der neuen Tarifstruktur erhofft man sich eine verbesserte Auslastung der Bäder am Abend. Auf einen verbilligten Jugendtarif für den Abend wurde verzichtet. Die Erfahrung habe nach Angaben der Verwaltung gezeigt, dass es bei Jugendlichen so gut wie keine Nachfrage für eine abendliche Nutzung der Bäder gebe.


Die Signale stehen auf Fahrt

Viel versprechende Signale empfangen die Verbandsgemeinde (VG) und die Stadt Schweich. Das Ja des Kreistags zum Bau eines Gymnasiums ist mehr, als sich der Schweicher VG-Rat erhoffte, als er sich im Mai bescheiden für eine kooperative Gesamtschule mit Gymnasium aussprach. Zwar muss das Projekt noch von höherer Warte genehmigt werden - aber wäre ein aussichtsloses Ansinnen auf die Kreistags-Tagesordnung geraten? Dazu passt die Ankündigung aus Mainz, Schweich langfristig als Mittelzentrum anzuerkennen. Allerdings sollte nun auf eine Fixierung der Minister-Aussage gedrängt werden. f.knopp@volksfreund.de


Trierischer Volksfreund vom 18. Juni 2008

Ein Schule wechselt den Herrn

Der Verbandsgemeinderat Schweich hat gestern beschlossen, die Trägerschaft der Grundschule Schweich zu übernehmen. Auch die Bodenländchen-Halle soll Besitz der Verbandsgemeinde (VG) werden.

Schweich. (f.k.) Der VG-Ratsentscheidung war ein Stadtratsbeschluss vorausgegangen. Die Entscheidung fiel mit Blick auf den Entwurf des neuen Schulgesetzes. Da die Schweicher Grundschule künftig die Ganztagsversorgung in der Verbandsgemeinde (VG) Schweich tragen soll, gilt sie nach dem Gesetz als Regionale Schule und gehört damit in die Trägerschaft der VG Schweich. Zurzeit nutzen dort 102 von 322 Kindern das Ganztagsangebot. Der VG-Rat stimmte der Übernahme unter folgenden Konditionen zu: Als Ablösesumme für die Bodenländchen-Halle zahlt die VG an die Stadt Schweich 175 000 Euro. Das bisher städtische Schulpersonal soll von der VG-Schweich übernommen werden. Zum 1. August 2008 soll die Trägerschaft übergehen. Die finanzielle Abwicklung wird aus haushaltstechnischen Gründen aber erst zum 1. Januar 2009 möglich sein.


Trierischer Volksfreund vom 18. Juni 2008

Nächster Schritt zum Schweicher Gymnasium

Der Kreistag Trier-Saarburg sagt einstimmig ja, die ADD Rheinland-Pfalz muss jetzt prüfen: In Schweich könnte bald ein staatliches Gymnasium entstehen. Die Zeichen dazu stehen günstig.

Schweich. Es war ein seltener Moment: Seit Jahren hat sich der Kreistag Trier-Saarburg nicht mehr für die Einrichtung einer neuen Schule eingesetzt - bis Montagabend. Alle Kreistagsmitglieder verständigten sich in ihrer jüngsten Sitzung darauf, in Schweich ein staatliches Gymnasium in der Trägerschaft des Kreises einrichten zu wollen. Die demografische Entwicklung in der Region, steigende Anmeldungen für Gymnasien und die derzeit bereits mehr als ausgelasteten Schulen in Trier machten diesen Schritt notwendig, so Landrat Günther Schartz.

"Schweich hat schon lange ein staatliches Gymnasium verdient", sagte Berthold Biwer (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Schweich. Der VG-Rat habe zwar den einstimmigen Beschluss für eine kooperative Gesamtschule mit Gymnasium gefasst (der TV berichtete), aber ein Gymnasium sei "die beste Lösung". Somit bleibe das Schulzentrum attraktiv, die Anfahrtswege für die Kinder kurz und die Schule biete eine Alternative zum Turbo-Abi-Angebot am Friedrich-Spee-Gymnasium in Ehrang. Und: "Das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium sieht das staatliche Gymnasium nicht als Bedrohung, sondern als möglichen Kooperationspartner", sagte Biewer. Und FWG-Mitglied Bruno Porten ergänzte die Vorteils-Liste: "Als Synergie-Effekt aus der Kooperation könnte eine Vielfalt von Leistungsfach-Kombinationen entstehen." Als "das i-Tüpfelchen, das Schweich noch gefehlt hat", bezeichnet Manfred Nink (SPD) die Idee zur Einrichtung des Gymnasiums. Dieser Schritt helfe auch bei der Argumentation für die Ausweisung der Stadt als eigenständiges Mittelzentrum im Rahmen des Landesentwicklungsprogramms (LEP) IV (der TV berichtete).

Auch Claus Piedmont (FDP) findet das neue Gymnasium eine gute Sache, wenn es zügig umgesetzt wird. "Wir können uns noch nicht ganz damit anfreunden, dass es ein Gymnasium sein muss", stimmte Heide von Schütz (Die Grünen) kritische Töne an. Unter dem Vorbehalt, dass man weiter auch intensiv über die Möglichkeit einer integrierten Gesamtschule als Ganztagsschule nachdenke, stimmte ihre Fraktion dem Vorschlag zu.

"Wir gehen mit dem Maximum in die Gespräche rein", antwortete Landrat Schartz. Und die Zeichen stehen günstig. Josef Peter Mertes, Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Rheinland-Pfalz, habe zugesagt, den Antrag wohlwollend zu prüfen.


Trierischer Volksfreund vom 6. Juni 2008

Zwei Kernforderungen nicht erfüllt

Am überarbeiteten Entwurf des Landesentwicklungsprogramms (LEP IV) kritisiert der Kreisausschuss insbesondere, dass die Stadt Schweich nicht wie gefordert als Mittelzentrum ausgewiesen wird.

Trier/Trier-Saarburg. Lob und Tadel erntete das nach einem öffentlichen Anhörungsverfahren überarbeitete LEP IV im Kreisausschuss. Viele Bedenken und Anregungen seien im neuen Entwurf berücksichtigt worden, sagte Landrat Günther Schartz. Zwei Kernforderungen des Papiers, das möglicherweise am 10. Juni vom Ministerrat beschlossen wird, und mit dem das Land künftig stärker Entwicklungen vor Ort steuern möchte, bleiben jedoch unerfüllt: Schweich und Konz werden keine eigenständigen Mittelzentren. Dies hatten Kommunalpolitiker in den beiden Städten sowie Kreisgremien vehement gefordert.

Forderung: Keine Nachteile bei Zuschüssen

Während Schweich ganz außen vor blieb, wird Konz auch in der überarbeiteten LEP-Fassung als kooperierendes Mittelzentrum mit Trier eingestuft. Bei den Zuschüssen des Landes dürfe Konz dadurch keine Nachteile gegenüber selbstständigen Mittelzentren haben, forderte Bernd Henter (CDU). Dass es keine Nachteile gebe, sei ihm auf Anfrage bestätigt worden, sagte Alfons Maximini (SPD), der wie Henter Landtagsabgeordneter aus Konz ist. Im Übrigen habe Konz auch früher schon bei der Flächenentwicklung mit Trier kooperiert, so Maximini.

"Wir sollten als Kreis nochmal Flagge zeigen für Schweich und Konz", sagte FWG-Sprecher Hugo Kohl. Manfred Nink (Kenn, SPD) verwies auf einen Gesprächstermin am gestrigen Donnerstag in Mainz - wohl der letzte Versuch, um Schweich im LEP IV raumplanerisch aufzuwerten. Weiterer Kritikpunkt von CDU und FWG: Der Moselaufstieg taucht im Kapitel "Verkehr" nicht auf. Auch die insbesondere von der Verbandsgemeinde Trier-Land geforderte Darstellung des Raums Trier/Luxemburg als grenzüberschreitender, bedeutender Entwicklungsbereich fehlt in der Neufassung. Die Zahl der rechtlich verbindlichen landesplanerischen Ziele hat das Innenministerium mehr als halbiert: von 156 Festlegungen sind noch 72 übrig geblieben; 84 Ziele wurde entweder ganz gestrichen, zusammengefasst oder zu "landesplanerischen Grundsätzen" abgestuft. Trotz der bedeutenden Änderungen hält Minister Bruch ein erneutes Anhörungsverfahren für entbehrlich.

Meinung: Völlig daneben

Während Konz mit dem Titel "Kooperierendes Mittelzentrum" (mit Trier) leben kann, ist die Einstufung von Schweich als Grundzentrum völlig daneben. Schweich ist eine aufstrebende, pulsierende Stadt mit der ganzen Palette an Infrastruktur, die ein Mittelzentrum ausmacht. Umso unverständlicher ist es, dass das Land auch in der überarbeiteten Fassung des Landesentwicklungsprogramms den Fakten und dem Protest der Kommunalpolitiker die kalte Schulter zeigt. Dabei hat sich Mainz in vielen Punkten des Papiers einsichtig gezeigt und überzogene oder überzogen formulierte Ziele abgeschwächt oder gestrichen. Das fördert den Konsens mit den Gemeinden, ohne dass das Grundziel, nämlich eine vernünftige und ressourcenorientierte Regionalplanung, aus den Augen verloren wird. a.follmann@volksfreund.de


1. Juni 2008

10jähriges Jubiläum der Kindertagesstätte "Kinderland" Schweich

Die Kindertagesstätte "Kinderland" der Stadt Schweich feiert in diesem Sommer ihr 10jähriges Jubiläum.

10 Jahre erfolgreiche pädagogische Arbeit, die sich in ständig belegten Gruppen mit fröhlichen Kindern zeigt.

Ein Grund zum Feiern und alle machen mit....

Foto vom Kinderland Schweich
Jubiläum

Foto vom Kinderland Schweich
Bürgermeister und Vertreter der Stadt Schweich

Foto vom Kinderland Schweich
auch die ganz Kleinen feiern mit

Foto vom Kinderland Schweich
als Ritter und Burgfräulein

Foto vom Kinderland Schweich
alle tanzen im Reigen

Foto vom Kinderland Schweich
alle Mitwirkenden bedanken sich

Fotos: Iris Hess


Trierischer Volksfreund vom 16. Mai 2008

Schweich will sich nicht "abhängen" lassen

Von unserem Redakteur Friedhelm Knopp

Erneut befasste sich der Verbandsgemeinderat Schweich in seiner jüngsten Sitzung mit der angestrebten Einstufung der Stadt Schweich als Mittelzentrum. Anlass war eine von Mainz überarbeitete Fassung des Landesentwicklungsprogramms IV (LEP). Auch in dieser Neufassung ist Schweich nicht als Mittelzentrum vorgesehen.

Schweich. In einem Resolutionsentwurf, den die CDU-Fraktion in der Sitzung vorlegte, wird die Landesregierung zum Umschwenken in der Frage "Schweich - Mittelzentrum Ja oder Nein?" aufgefordert. Fraktionsvorsitzender Erich Bales verwies auf die zurückliegenden Gespräche im Mainzer Innenministerium und auf nicht eingehaltene Zusagen des Landes. So sei am 15. März 2007 bei einem Gespräch im Innenministerium versprochen worden, Schweich zumindest als kooperierendes Mittelzentrum auszuweisen, sofern das Oberzentrum Trier als auch Konz einverstanden sein sollten. Danach habe zwischen allen betroffenen Kommunen, einschließlich den Verbandsgemeinden Konz und Schweich, großes Einvernehmen über ein solches Modellprojekt bestanden. In der nun vorgelegten Fassung des LEP IV, über die am 29. Mai der Innenausschuss des Landtages entscheiden werde, sei Schweich weder als Mittelzentrum noch als kooperierendes Mittelzentrum vorgesehen.

"Wir sind überrascht und enttäuscht"

Bales: "Wir sind davon vollkommen überrascht, aber noch mehr enttäuscht." Die Fraktionen von SPD und FWG schlossen sich dieser Auffassung an. Eine entsprechende Resolution an die Landesregierung wurde einstimmig verabschiedet. Darin wird das Land aufgefordert, im Entwurf des LEP IV die zentrale Orte-Struktur so abzuändern, dass sich der Raum Trier auf die kooperierenden Ober- und Mittelzentren Konz, Trier und Schweich erstreckt.

Mehrheitlich beschlossen wurde die restliche Renaturierung des Föhrenbachs in Schweich. Die Gesamtkosten der Maßnahme sind mit rund 210 000 Euro veranschlagt. Dazu wurde eine 90-prozentige Förderung (189 000 Euro) aus Mitteln der "Aktion Blau" und eine zehnprozentige Förderung aus Naturschutzmitteln beantragt. Die Ausschreibung soll erfolgen, sobald 90 Prozent der Kosten über Fördergelder finanziert sind. Ratsmitglied Helmut Schneiders, Ortsbürgermeister von Fell, stimmte dagegen. "Nicht weil ich gegen den Föhrenbach bin, sondern weil wir seit vielen Jahren um die dringend notwendige Überarbeitung unseres Fellerbachs kämpfen", begründete er.

Zur Renaturierung des Leiwener Schantelbachs wurde das Büro Hömme in Pölich mit der Genehmigungsplanung beauftragt.


Trierischer Volksfreund vom 15. Mai 2008

Schulzentrum Schweich am Scheideweg

Von unserem Redakteur Friedhelm Knopp Von Friedhelm Knopp

Einstimmig hat sich der Verbandsgemeinderat Schweich in seiner Sitzung am Dienstag für eine grundlegende Erweiterung des Stefan-Andres-Schulzentrums ausgesprochen. Nach dem Willen aller Fraktionen soll es zur kooperativen Gesamtschule mit Gymnasium ausgebaut werden.Foto von Schulzentrum in Schweich

Symbolische Leere auf dem Pausenhof: Immer mehr Eltern lassen das Stefan-Andres-Schulzentrum Schweich „links liegen“ und melden ihre Kinder auf Trierer Gymnasien an. TV-Foto: Friedhelm Knopp

 

Schweich. Der Entscheidung des VG-Rats lagen zwei Anträge von CDU- und SPD-Fraktion zugrunde. Darin hatten sich beide Gremien zunächst für die Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule mit 13. Klassenstufe ab dem Schuljahr 2009/2010 ausgesprochen. Die Anträge waren im März und April formuliert worden. Inzwischen jedoch zeigt die Entwicklung der Anmeldezahlen einen für Schweich bedenklichen Trend: Angesichts der Diskussion um die geplante "Realschule Plus", die den Wegfall der Hauptschulen bedeuten würde, melden immer mehr Eltern aus der Verbandsgemeinde (VG) Schweich ihre Grundschulkinder bei Trierer Gymnasien an, die mittlerweile aus den Nähten platzen. Bürgermeister Berthold Biwer nannte in der Sitzung eine Quote von mittlerweile 56 Prozent. Es gelte, alle Optionen für einen attraktiveren Schulstandort offen zu halten.

Elternverhalten führt zum Sinneswandel

Nach Auffassung von SPD und CDU sei dies ein deutliches Zeichnen für den hohen Bedarf an einem staatlichen Gymnasium in Schweich. Das private Bonhoeffer-Gymnasium könne diese Nachfrage aufgrund seiner Struktur und seiner begrenzten Kapazität nicht auffangen. Im Ergebnis präsentierten beide Fraktionen daher modifizierte Anträge. Statt einer IGS mit Klassenstufe 13 gab man einer kooperativen Gesamtschule, bestehend aus "Realschule Plus" und einem Gymnasium den Vorzug.

Jürgen Nisius von der CDU erklärte, dass man in seiner Fraktion nicht gerne mit dem Gedanken an eine IGS gespielt habe. "Wir wollten auf jeden Fall eine ,Realschule Plus' verhindern. Für uns war dies eher die Wahl zwischen Pest und Cholera", sagte Nisius. Nun sei aus der Diskussion über eine IGS eine Diskussion über ein Gymnasium in Schweich geworden. Es spreche alles für ein Gymnasium im Schweicher Schulzentrum - es werde mit Sicherheit gut angenommen werden. Vitus Blang von der SPD-Fraktion sprach von "einer Elternentscheidung zugunsten des Gymnasiums", die beachtet werden müsse. Blang: "Die SPD hatte die IGS zunächst favorisiert. Doch die Entwicklung hat die Prioritäten in Richtung kooperative Gesamtschule mit Gymnasium verschoben."

Klaus Freres von der FWG zeigte sich erfreut über den "Sinneswandel bei CDU und SPD". Optimale Bildung sei nur im kooperativen System mit wohnortnahem Gymnasial-Angebot erreichbar. Die Verwaltung wurde vom VG-Rat aufgefordert, entsprechende Schritte beim Kreis einzuleiten. Der Beschluss erging einstimmig.

Meinung
Elternwille contra Standort

Die jüngsten Anmeldezahlen an Trierer Gymnasien belegen, was sich eine Elternmehrheit in der Verbandsgemeinde Schweich für ihre Kinder wünscht: Jedenfalls keine "Realschule Plus". Dafür werden den Schülerinnen und Schülern über Jahre hinaus stundenlange Bus- und Bahn-Schulwege sowie beengter Massenbetrieb an den Trierer Gymnasien zugemutet. Eine Alternative gibt es nicht. Wie passt dies zusammen mit einer oft wiederholten politischen Maxime aus Mainz, wonach der Elternwille bei der Wahl des Schultyps ausschlaggebend sein soll? Bleibt zu hoffen, dass die Signale aus Schweich bei der Kreisverwaltung vernommen werden. Folgt man den Worten von Bürgermeister Biwer, scheint aber ein wenig dort schon angekommen zu sein. Biwer: "Ein Gespräch mit dem Landrat ließ kürzlich hoffen." f.knopp@volksfreund.de


Trierischer Volksfreund vom 14. Mai 2008

Kooperative Gesamtschule mit Gymnasium gewünscht

Mit der Zukunft des Stefan-Andres-Schulzentrums beschäftigte sich der Verbandsgemeinderat Schweich in seiner Sitzung am Dienstagabend. Angesichts des Abwärtstrends der Hauptschulen und überfüllter Gymnasien in Trier regen CDU- und SPD-Fraktion die Errichtung einer kooperativen Gesamtschule mit Gymnasium in Schweich an.

Schweich. (f.k.) Die CDU-Fraktion hatte beantragt, die Verwaltung mit den entsprechenden Schritten zu beauftragen, damit zu Beginn des Schuljahres 2009/2010 im Schulzentrum Schweich eine Integrierte Gesamtschule (IGS) bis einschließlich Klassenstufe 13 eingerichtet werden könne. Die SPD-Fraktion rief ihrerseits den Rat dazu auf, vom Kreis Trier-Saarburg die Einrichtung einer IGS zum 1. August 2009 am Schulzentrum Schweich zu fordern. Dies insbesondere unter dem Gesichtpunkt des Schulentwicklungsplanes, der zurzeit beim Kreis in Arbeit sei. In der Sitzung am Dienstag modifizierten SPD und CDU ihre Anträge. Aufgrund der jüngsten Entwicklung, bei der 56 Prozent der Grundsschüler auf Gymnasien angemeldet würden, müsse auch Schweich dieses Angebot in Form einer kooperativen staatlichen Gesamtschule mit Realschule Plus und Gymnasium anbieten. Die Verwaltung wurde aufgefordert, entsprechende Schritte beim Kreis einzuleiten. Der Beschluss erging einstimmig.

Wegen der steigenden Zahl schwerer Hagelunwetter mit hohen Schäden beantragte die CDU-Fraktion einen Grundsatzbeschluss zur Einrichtung einer Hagelabwehr in den Regionen Trier und Luxemburg.

Im März hatte das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) zu einem Symposium nach Föhren geladen. Vorgestellt wurde der Einsatz von Hagelbekämpfungsflugzeugen, die Hagelwolken mit Silberjodit "impfen", was die Bildung großer Hagelkörner verhindert (TV vom 12. März).

Auf einstimmigen Ratsbeschluss wurde die Kreisverwaltung Trier-Saarburg aufgefordert, diese Thematik federführend zu bearbeiten und Verhandlungen mit den Nachbarkreisen, der Stadt Trier, mit Luxemburg, sowie mit Firmen, Versicherungen und Verbänden zu führen. Ausführlicher Bericht folgt.


Trierischer Volksfreund vom 24. April 2008

Straßen-Projekt in weiter Ferne

Der Stadtrat Schweich hat in seiner Sitzung am Donnerstagabend den Auftrag für ein umfassendes Verkehrsgutachten erteilt. Eine künftige Nordtangente als Verbindung von A 1 und A 64 steht noch in den Sternen.

Schweich. (f.k.) Die sogenannte Nordumfahrung kommt seit Jahren regelmäßig zur Sprache, obwohl es dazu noch keinerlei konkrete Planung gibt. Gedacht ist eine Verbindung von A 1 und A 64, die nördlich von Schweich durch den Meulenwald führen soll. In der Sitzung informierte Stadtbürgermeister Vitus Blang über den Sachstand. Neue Erkenntnisse ergaben sich für die Ratsmitglieder daraus nicht. Blang verlas eine Stellungnahme des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Trier.

Danach ist die Nordumfahrung im Bundesbedarfsplan unverändert "im weiteren Bedarf" eingestuft. Diese niedrige Einstufung lasse laut LBM keine Planung zu. Auch über eine mögliche Linienführung könnten daher keine Aussagen getroffen werden.

Beschlossen wurde der Auftrag für eine Verkehrsuntersuchung für die Stadt Schweich. Ein Planungsbüro soll alle Verkehrsströme in der Ortslage Untersuchungen und eine Basis für die künftige Planung schaffen. Außerdem beschloss der Rat, die städtische Toursimus-Förderung in die Hände der Verbandsgemeinde zu legen. Ein ausführlicher Bericht zur Stadtrats-Sitzung folgt.


Trierischer Volksfreund vom 20. Mai 2008

Ein Problem

Zum Artikel "Große Hunde und breite Laster" vom 21. April:

Schon seit einigen Jahren ist die Problematik der Hunde von besagter Firma dem Ordnungsamt Schweich bekannt. Die Hunde stehen auf dem Damm und kläffen sich die Seele aus dem Leib, sie haben auch schon Kinder auf dem Damm gejagt. Wir und auch andere Eltern waren bereits mehrfach auf dem Ordnungsamt, um Vorfälle zu melden, doch geändert hat sich bis heute nichts. Es kann doch nicht richtig sein, dass sich Kinder im eigenen Garten fürchten müssen. Ist es unsere Pflicht, einen hohen Zaun um unser Grundstück zu ziehen, damit die Kinder vor den Hunden anderer Leute sicher sind? Und was ist mit den Kindern auf dem angrenzenden Spielplatz? Der nächtliche Lärm durch die Verladetätigkeit dieser Firma ist ein anderes Thema. Mit geöffnetem Fenster kann man nicht ungestört schlafen, weil man durch den Lärm unweigerlich geweckt wird.

Wir hoffen, dass sich jetzt endlich etwas an der Situation ändert, denn es wäre fatal, wenn zuerst ein Kind zu Schaden kommen muss.

Birgit Behrens, Schweich


Trierischer Volksfreund vom 14. Mai 2008

Verwaltung muss handeln
Zu den Berichten "Große Hunde und breite Laster" (TV vom 2. April und
"Die Straße endet im Nichts" (TV vom 30. April:

Es ist schlimm, wenn sich Kinder auf dem Weg zum Spielplatz Auge in Auge mit einem Dobermann sehen und daraufhin schreiend und weinend nach Hause laufen. Auch ich bin bei einem abendlichen Spaziergang schon einem dieser freilaufenden Kampfhunde begegnet. Auch wenn diese Hunde nach Aussage der Eignerin keine Gefahr darstellen, ich hatte große Angst. Schön, dass die Unternehmerin jetzt sicherstellen will, dass sich die Hunde nur noch auf dem eigenen Gelände aufhalten. Haben die ganzen Beschwerden in den letzten Jahren nicht ausgereicht, um diesen Entschluss zu fassen? Diese "äußerst umfangreiche Akte in Sachen Hunde", wie als Zitat aus der VG-Verwaltung zu lesen war, schien sich den bedrohten Anwohnern aus Madell III doch als Untätigkeit darzustellen. Glück für die Bewohner von Madell III, dass sie unter sich auch einen erfahrenen Nachbarn haben, der sich in den Verwaltungsstrukturen auskennt und sich noch dazu für die Anwohner einsetzt. Dass diese Aktionen nur aus persönlichen Interessen eines Ratsmitgliedes gestartet wurden, ist eine infame Unterstellung.

Wir als Anwohner hoffen, dass hier bald etwas getan wird. Von unserer Seite (unser Sprecher ist in beiden Artikeln bereits häufig namentlich erwähnt) ist bereits alles offengelegt. Jetzt sind die Verbandsgemeinde und vor allem die Firma aus Schweich dran zu handeln.
Jürgen Jordan, Schweich


Trierischer Volksfreund vom 21. April 2008 - von Friedhelm Knopp

Große Hunde und breite Laster

Legt sich im Gewerbegebiet "Am Bahnhof" in Schweich ein Unternehmen die Regeln nach eigenem Gutdünken zurecht? "Leider ist dem so", meinen der Schweicher Stadtrat und der Stadtvorstand. Bewohner eines benachbarten Neubaugebietes haben indessen Dienstaufsichtsbeschwerde gegen das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Schweich eingereicht.Foto von Straße in Schweich

Zugestellt: Die von der Firma benutzte öffentliche Straße. Foto: Friedhelm Knopp

Schweich. Der betreffende Betrieb ist am Ende einer Stichstraße mit Wendekreis angesiedelt. Parallel zur Straße verläuft ein Lärmschutzwall, der das Gewerbegebiet vom Neubaugebiet "Madell III" trennt. Die Firma betreibt ein Taxiunternehmen und ein Güter-Verteilunternehmen mit zahlreichen PKW, Leicht-LKW und Anhängern.

„Dagegen wäre ja gar nicht“ einzuwenden, wenn man sich dabei nur an die Regeln halten würde", sagt Norbert Schuh, Madell-III-Bewohner und SPD-Stadtratsmitglied. Doch nach Meinung der Ratsfraktionen und des Stadtvorstands legt sich die Firma ihre Regeln selbst zurecht. Schuh: "Das Betriebsgelände ist offenbar zu klein für zwei Unternehmen. Der größte Teil des Transportbetriebes, der verbunden ist mit lautstarken nächtlichen Verladearbeiten, wird daher im öffentlichen Verkehrsraum abgewickelt."

Die Firmeninhaberin bestreitet gegenüber dem TV, dass öffentlicher Verkehrsraum für Betriebszwecke verwendet würde. Am Tag der Gewerbeschau 2008 erstellte Bilder und Fotos von Norbert Schuh widerlegen dies. Zu sehen ist die mit LKW und Anhängern zugestellte Stichstraße. Fotos aus Schuhs Kamera zeigen den weitgehend zugestellten Wendkreis am Ende der Stichstraße. Hinzu kommt eine Betriebshalle, die laut Schuh ohne Baugenehmigung errichtet wurde. Sie grenze unmittelbar an die öffentliche Straße. Voraussichtlich wird sich bald der Kreisrechtsausschuss mit der Sache befassen.

Ein Kapitel für sich sind die beiden Dobermänner der Firmeninhaberin. Die großen Hunde machen sich gerne selbstständig, wechseln über den Lärmschutzwall und sorgen im benachbarten Wohngebiet für Angst und Schrecken. Norbert Schuh: „Die Tiere sind unfolgsam und ständig am Kläffen. Unmittelbar hinter dem Wall liegt ein viel besuchter Spielplatz. Die Kinder schreien wie am Spieß, wenn einer der Hunde dort auftaucht und unaufhörlich bellt.“

Der Ärger der Betroffenen richtet sich auch gegen die Verbandsgemeinde-Verwaltung. Ihrer Meinung nach müsste das Ordnungsamt härter gegen die Missstände einschreiten.

Eine „Interessengemeinschaft Madell III“ hat daher im März 42 Unterschriften von Anwohnern gesammelt und bei der Kreisverwaltung Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Verbandsgemeinde (VG) Schweich eingelegt. In der Begründung heißt es: "Die Vorfälle mit den Hunden werden seit Jahren der VG gemeldet. Doch die Verwaltung ist nicht im Stande, eine Veränderung herbeizuführen." Auf Nachfrage bei der VG-Verwaltung sprach Beigeordneter Erich Bales von einer "äußerst umfangreichen Akte in Sachen ,Hunde', die keinesfalls auf Untätigkeit schließen lässt". Auch bei der Gefahrenabwehr sei das Verwaltungsverfahren einzuhalten. Inzwischen, das gehe aus den Unterlagen hervor, lege die Verwaltung eine härtere Gangart ein. Der Hundehalterin drohten ernsthafte Konsequenzen. Zum Thema "Dienstaufsichtsbeschwerde" wollte sich Bales nicht äußern. Er verwies stattdessen auf Bürgermeister Berthold Biwer, der sich zurzeit im Urlaub befindet.

Meinung von Friedhelm Knopp
Gefahrenabwehr ist Pflicht

In der Regel leiden kleine und mittelständische Unternehmen unter einer Flut von Vorschriften und Verordnungen, fühlen sich von Behörden und Gesetzgeber behindert und gegängelt. Doch die Regelflut gilt schließlich für jedermann - vor dem Gesetz sind alle gleich, oder? Offenbar, dies zeigt der Fall in Schweich, sind einige doch noch etwas gleicher als gleich. Es sieht aus, als ließen sich Straßenbehörde, Bau- und Ordnungsamt von einigen wenigen kräftig auf der Nase herumtanzen. Mit etwas Toleranz könnte man den Frachtumschlag auf öffentlicher Straße noch mit einem augenzwinkernden "Laisser-faire" abtun. Bei den Hunden hört der Spaß jedoch auf. Auch wenn es bisher noch keine ernsthaften Vorfälle gab - die Tiere erzeugen ein Gefühl der Bedrohung bei Kindern und Erwachsenen. Allein dies ist schon eine Beeinträchtigung der Privatsphäre. Die Verbandsgemeinde wäre als Ordnungsbehörde zur Gefahrenabwehr verpflichtet. Aber bis auf einige Mahnschreiben scheint seit Jahren nichts unternommen worden zu sein. Noch ist es zum Einschreiten nicht zu spät - dies könnte sich aber von einer Stunde auf die nächste dramatisch ändern. Bleibt also abzuwarten, ob die von der Verbandsgemeinde angekündigte "schärfere Gangart" wirklich eingelegt wird. f.knopp@volksfreund.de


Trierischer Volksfreund vom 17. April 2008

Ermesgraben in Issel besonders im Blick

Bei ihrer Jahreshauptversammlung ließ die SPD Schweich das vergangene kommunalpolitische Jahr Revue passieren. Bei den turnusmäßigen Neuwahlen wurde der Vorstand in seinem Amt bestätigt. Schweich. (red)

Zum Treffen im Gasthaus Jungens begrüßte die Schweicher SPD-Vorsitzende Iris Hess auch den Abgeordneten Manfred Nink, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, und den Schweicher Stadtbürgermeister Vitus Blang.

In seinem Einleitungsreferat stellte der Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Hans-Dieter Natus, die Erfolge der laufenden Legislaturperiode dar. Die zügige Umsetzung der Ortsentlastungsstraße sei ein zukunftsweisender Schritt gewesen. Eine aktuelle Verkehrszählung durch den Landesbetrieb Mobilität habe ergeben, dass die Straße mittlerweile von circa 2100 Fahrzeugen täglich benutzt werde. Insbesondere die Belastung der Ortsdurchfahrt durch den Schwerlastverkehr habe sich reduziert. Ausbau des Bahnhofs ist ein Zukunftsprojekt. Zudem hob Natus die Gestaltung des neuen Platzes an der Synagoge hervor. Als aktuelle Schwerpunkte sozialdemokratischer Stadtpolitik benannte Natus die Erschließung des Ermesgrabens, den Rückbau der L 141 sowie die Sanierung der K 35 im Ortsteil Issel. Auch die Entwicklung des Moselvorlandes sowie die weitere Ansiedlung von Gewerbebetrieben sei für die Stadt Schweich von großer Bedeutung. Wichtigste Zukunftsprojekte seien der Ausbau des Bahnhofs sowie die Konsolidierung des Haushaltes der Stadt. Auch die Verbesserung der innerörtlichen Infrastruktur sei von besonderer Bedeutung.

Bei den anschließenden turnusmäßigen Vorstandswahlen wurde Iris Hess einstimmig im Amt als Vorsitzende bestätigt. Achim Schmitt wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden, Philipp Gemmel zum Schriftführer und Irmgard Blang zur Kassiererin gewählt. Als Beisitzer gewählt wurden Hans-Dieter Natus, Jürgen Bonertz, Mario Schichtel, Katarina Barley und Norbert Schuh.

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TERMINE

27. September 2010
20:00 Uhr
Stadtratsfraktion
Gasthaus Junges
Oberstiftstr. 5
Schweich

30. September 2010
19:00 Uhr
Stadtrat
Altes Weinhaus
Brückenstr. 46
Schweich

26. Oktober 2010
20:00 Uhr
Stadtratsfraktion
Gasthaus Junges
Oberstiftstr. 5
Schweich

27. Oktober 2010
20:00 Uhr
VG-Fraktion und Arbeitskreis
Gasthaus Pelzer
Bekond

28. Oktober 2010
19:00 Uhr
Stadtrat
Altes Weinhaus
Brückenstr. 46
Schweich

22. November 2010
20:00 Uhr
Stadtratsfraktion
Gasthaus Junges
Oberstiftstr. 5
Schweich

23. November 2010
20:00 Uhr
VG-Fraktion und Arbeitskreis
Moselland
Ensch

24. November 2010
17:00 Uhr
Verbandsgemeinderat
Brückenstr. 26
Schweich

25. November 2010
19:00 Uhr
Stadtrat
Altes Weinhaus
Brückenstr. 46
Schweich

07. Dezember 2010
20:00 Uhr
VG-Fraktion und Arbeitskreis
Kenn

09. Dezember 2010
17:00 Uhr
Verbandsgemeinderat
Brückenstr. 26
Schweich

13. Dezember 2010
20:00 Uhr
Stadtratsfraktion
Gasthaus Junges
Oberstiftstr. 5
Schweich

14. Dezember 2010
19:00 Uhr
Stadtrat
Altes Weinhaus
Brückenstr. 46
Schweich


Termine OV-Mehring


SPD-Landesverband Rheinland-Pfalz
Kurt Beck
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